Seinen Arbeitgeber zu bestehlen und zu betrügen, hat sich für einen 40-jährigen Industriemechaniker aus dem Ludwigsburger Stadtgebiet nicht gelohnt. Er wurde erstens fristlos gekündigt und zweitens vom Ludwigsburger Amtsgericht zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Als Bewährungsauflage muss der Mann, welcher sich nach Auffassung des Gerichts „seine Karriere selber zunichte gemacht“ hat, 2000 Euro an den Bewährungshilfe-Verein Stuttgart bezahlen.

Der Angeklagte arbeitete im Tatzeitraum Dezember 2016 bis Dezember 2017 bei einer Ludwigsburger Firma, die Zahnräder für Motoren und Getriebe herstellt. Dort stahl er Werkzeuge im Gesamtwert von fast 10 000 Euro, um diese auf einer Internet-Plattform zu veräußern. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft legte dem Beschuldigten zwölf Einzelfälle zur Last. Im 13. Fall wurde im Keller seiner Ludwigsburger Wohnung ein Teil des Materials polizeilich sichergestellt. Als Motiv für seine Taten gab der geständige Angeklagte Geldnot an. Er habe damals eine Umschulung gemacht und obendrein noch eine Ehescheidung am Hals gehabt.

Hinweis durch Angestellten

Den entscheidenden Hinweis habe die Firma von einem damaligen Zweitwerk bekommen, Dieses habe angefragt, ob von Ludwigsburg aus Werkzeuge ins Internet gestellt und verkauft werden. Anhand der Artikelnummern, so der Zeuge, ein leitender Angestellter aus dem Betrieb, habe  feststellen können, dass die online feil gebotenen Werkzeuge Firmen-Eigentum waren und so erstattete er Strafanzeige. Die Ermittlungen hätten zum Angeklagten geführt, und Polizeibeamte hätten der Firma nach der Durchsuchung beim Beschuldigten Werkzeuge vorgelegt. „Entschuldigung, es tut mir in der Seele weh“, wandte sich der Angeklagte an seinen ehemaligen Vorgesetzten.

Dieser nahm die Entschuldigung an, zumal es sich bei dem Gekündigten um einen „sehr guten Mitarbeiter“ gehandelt habe. Der Dieb habe Einsicht gezeigt, aber da sei es „schon zu spät“ gewesen. Da auf gewerbsmäßigen Betrug mindestens sechs Monate Freiheitsstrafe stehen, war klar, dass er kein mildes Urteil bekommt. Das Gericht wollte ihm, der jetzt woanders in Lohn und Brot steht, aber eine Chance geben. Es verhängte über den noch nicht vorbestraften Mechaniker mit zwei Jahren Freiheitsstrafe das, was  noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Die Werkzeuge waren neuwertig und der Schaden, den der Mann seinem ehemaligen Arbeitgeber durch seine Straftaten angerichtet hat, erheblich.