Falsche Microsoft-Mitarbeiter haben eine Frau in Bissingen um einen vierstelligen Betrag gebracht. Wie die Polizei mitteilt, erhielt die 24-Jährige  am Mittwochmittag von verschiedenen Mitarbeitern mit unterschiedlichen Telefonnummern  Anrufe. In englischer Sprache gaben die Unbekannten an, dass sich auf dem Computer der jungen Frau eine Schadsoftware befinde. Sie erlaubte daraufhin über ein zuvor installiertes PC-Programm den Zugriff auf ihr Gerät.

Lizenz angeblich abgelaufen

Der Mitarbeiter täuschte dann vor, dass die Microsoft-Lizenz abgelaufen sei und er die Lizenz für etwa zehn Euro erneuern könne. Über ihre Kreditkartendaten sollte die Frau die geforderte Summe anschließend begleichen. Mehrere Versuche, auch mit einer weiteren Kreditkarte, die sie für die Überweisung benutzte, scheiterten. Aufgrund der angeblichen Kreditkartenprobleme erhielt die 24-Jährige eine mit Rechtschreibfehlern durchzogene E-Mail. Darin wurde ihr eröffnet, dass ein Techniker vorbeikomme, um ihr Rechnerproblem für rund 30 Euro zu beheben. Die dafür benötigte Kaution in Höhe von 400 Euro sollte die 24-Jährige mit iTunes-Karten begleichen. Darüber hinaus wurde ihr mitgeteilt, dass sie die Differenz von 370 Euro von dem Techniker erstattet bekomme. Die 24-Jährige kaufte die Karten und gab die Codes an den Anrufer weiter. Auf diese Art und Weise wurde sie um die vierstellige Summe gebracht, so die Polizei.

Der Techniker sollte am Folgetag bei ihr erscheinen. Offenbar wurde die junge Frau stutzig, weshalb sie am Mittwochabend Anzeige bei der Polizei erstattete.

Auch Münchinger wird Opfer

Bereits einen Tag zuvor hatte ein bereits ein vermeintlicher Microsoft-Mitarbeiter einen 69 Jahre alter Mann aus Münchingen auf ähnliche Weise hereingelegt. Der Unbekannte hatte von dem Mann verlangt, zwei iTunes-Karten im Wert von jeweils 100 Euro zu besorgen solle, da die Codes der Karten zur Freischaltung von weiteren Internet-Konten benötigt würden. Auch hier gab der Betrüger an, dass die geforderte Summe auf das Bankkonto des 69-Jährigen zurücküberwiesen werde – was jedoch nie geschah.

Info Die Polizei rät in solchen Fällen, nicht auf die Forderungen einzugehen, keine Fremdsoftware zu installieren und das Gespräch zu beenden. Betroffene sollten Anzeige erstatten und ihre Kreditkarten und das Online-Banking sofort sperren lassen. Kam es zu einem Fernzugriff auf den Computer, sollte dieser auf Schadsoftware überprüft werden. Auch Microsoft warne auf seiner Homepage vor Betrügern.