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In einem Netz aus Mitgefühl

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Kennt Ihr das Gefühl, wenn Euer Kind Geburtstag hat und es hat keine Freunde?“ Mit diesen Worten startete Sven Mayer, Vater einer autistischen Tochter aus Walheim, einen Aufruf im Internet mit überwältigender Resonanz. Unzählige Postkarten, Briefe und Päckchen erreichten die Familie auf diesem Weg. Alicia kann es kaum erwarten, sie alle auszupacken.

Die bald sechsjährige Alicia besucht den Kaywald Kindergarten in Lauffen und ist dort das einzige Kind, das unter dieser Form des Autismus leidet, erzählt der Vater. „Autismus ist  nicht gleich Autismus“, sagt er. Im Gegensatz zum Asperger Syndrom, das hochbegabte und superlativ intelligente Menschen haben können, ist Alicia in ihrer Entwicklung stark gehemmt. „Sie nimmt dennoch genau wahr, dass ihre beiden älteren Geschwister mit ihren Freunden zusammen Geburtstag feiern und sie außer der Familie niemand hat, der kommt.“

Deshalb bat Sven Mayer die Öffentlichkeit, doch ein Kärtchen an Alicia zu ihrem Ehrentag zu schicken. Es war nicht der erste Aufruf der Familie im Internet, doch diesmal war die Resonanz überwältigend. Es kamen Karten aus aller Welt, Briefe und sogar Päckchen, die Alicia schon selbst öffnen kann, und dabei hatte Vater Sven Mayer doch bei Facebook betont, dass es ihm nicht darum gehe, auf diesem Wege Geburtstagsgeschenke für sein Kind zu bekommen.

Unzählige Karten

Dank der Facebook-Gemeinde soll nun auch Alicias Geburtstag am 28. Januar ein Freudenfest werden – genau wie bei ihren Schwestern. „So viele Karten können wir ihr gar nicht auf einmal vorlesen. Alicia freut sich natürlich schon jetzt darauf, Geschenke auszupacken“, sagt der Vater. „Um die Therapien finanzieren zu können, die unserer Tochter helfen können, haben meine Frau und ich schon öfter Benefizveranstaltungen auf die Beine gestellt. Wird Alicia der Trubel dann zu viel, nehme ich sie an der Hand, gehe mit ihr in einen ruhigen Raum und lasse sie allein entscheiden, wann sie wieder hinaus will“, erzählt Sven Mayer.

Diesmal wird in einem Kinderparadies in Großbottwar gefeiert. Gespannt sind Sven Mayer und seine Familie auch darauf, was die Bietigheimer Handball-Frauen sich ausdenken. Es soll eine Überraschung an Alicias Geburtstag werden.

Kontakte zu anderen Familien mit autistischen Kindern haben die Mayers aus Walheim nicht. „Der frühkindliche Autistmus kommt selten vor“, erklärt Mayer. Das kleine Mädchen ist ein Fulltimejob, sie braucht ständige Unterstützung. Vieles, was Alicia helfen kann, sich weiterzuentwickeln, müsse die Familie zumindest teilweise aus eigener Tasche bezahlen. Zu ihrem Glück haben sich im Fall Alicia soziale Initiativen zugeschaltet, wie zum Beispiel „Große Hilfe für kleine Helden“. „Die haben zum zweiten Mal schon die Kosten für eine Wahrnehmweste übernommen. Außerdem bekommt das Kind Musiktherapie und soll jetzt auch von einer Logopädin betreut werden. Einmal im Jahr reist die Familie mit Alicia in die Türkei, wo sie eine Therapie mit Delfinen erwartet.

Für die Zukunft seiner Tochter wünscht sich ihr Vater, dass „sie einmal für sich selbst sorgen kann, dass sie in ein Autistenzentrum gehen und selbst entscheiden kann, wann sie einkaufen geht und welcher Arbeit sie nachgehen will.“

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