Handball Bietigheim prüft den vierten Aufsteiger

Domenico Ebner jubelt. Der Torwart ist einer der Erfolgsgaranten beim Höhenflug der SG BBM.
Domenico Ebner jubelt. Der Torwart ist einer der Erfolgsgaranten beim Höhenflug der SG BBM. © Foto: Marco Wolf
Bietigheim-Bissingen / cp/bg 29.09.2017

Am siebten Spieltag der Zweiten Bundesliga haben es die Handballer der SG BBM Bietigheim in der laufenden Saison bereits zum vierten Mal mit einem Aufsteiger zu tun. An diesem Samstag trifft die Mannschaft von Trainer Hartmut Mayerhoffer ab 19.30 Uhr in der EgeTrans-Arena auf den VfL Eintracht Hildesheim. Gegen den HC Rhein Vikings sowie beim HC Elbflorenz und dem VfL Eintracht Hagen haben die Bietigheimer klar gewonnen. Das waren keine einfachen Aufgaben gegen ambitionierte Teams, die zu Saisonbeginn noch mit der Euphorie des Aufstiegs antreten. Zu diesen drei Siegen kommen für die SG BBM noch die Heimsiege gegen Tusem Essen und die HG Saarlouis hinzu, lediglich die Partie beim Erstliga-Absteiger HSC 2000 Coburg ging verloren. Mit 10:2 Punkten ist Bietigheim ein hervorragender Einstand in die neue Saison gelungen, mit denen sie sich in der Spitzengruppe festgesetzt haben. Die drei Heimsiege landeten die Bietigheimer mit mindestens acht Toren Differenz.

Der Matchplan der SG BBM in den Heimspielen scheint simpel, konnte jedoch noch nicht geknackt werden. Aus einem stabilen Abwehr/Torwart-Verbund resultierende Ballgewinne füttern das konsequente Tempospiel und münden mit hoher Angriffseffektivität in schnellen Torabschlüssen. Eine auch für die Zuschauer äußerst unterhaltsame Strategie. Gegen den Aufsteiger aus Niedersachsen wollen die Spieler um Kapitän Patrick Rentschler, der im Augenblick als torgefährlichster Kreisspieler der Liga geführt wird, ihre Erfolgsserie fortsetzen. Trainer Hartmut Mayerhoffer aber warnt: „Hildesheim hat sich unter den Aufsteigern bislang am besten geschlagen.“

Das Hoch seiner Mannschaft kommentiert Mayerhoffer so: „Das Ganze steht und fällt mit unserer Leistung im Abwehr/Torwart-Verbund.“ Und die passte fast ausnahmslos in den bisherigen Spielen. Dass Domenico Ebner im Tor eine Glanzleistung nach der anderen abliefern kann, ist auch ein Verdienst einer intensiven Abwehrleistung. „Wir brauchen am Samstag dieselbe Einstellung und Körpersprache und dieselbe Abwehr wie in den letzten Spielen“, stellt Mayerhoffer klar. Schon früh in der Saison scheint sich auszuzahlen, dass der Kader in dieser Saison bei gleicher Leistungsdichte um eine Rückraumposition verbreitert wurde. „Wir können ohne Leistungsverlust durchwechseln und 60 Minuten volles Tempo gehen“, so der Coach. Und der Trainer kann beim Durchwechseln fast nichts falsch machen. Akteure, die in den ersten Spielen noch kaum in Erscheinung treten durften, spielen sich in den jüngsten Partien in den Vordergrund. Ins gleiche Bild passt auch die Leistungskurve der Neuen im Team, Dominik Claus, Felix König, Panagiotis Erifopulos und Martin Marcec. „Wir haben erst einmal gegen eines der Spitzenteams gespielt, und das Spiel haben wir in Coburg verloren“, ordnet Mayerhoffer die kleine Erfolgsserie ein und fängt damit gleichzeitig allzu große Euphorie ein.

Vier Griechen im Team

Der VfL Eintracht Hildesheim ist nach zwei Jahren in der Drittklassigkeit mit einem Sieg in der Relegation gegen den TSB Heilbronn-Horkheim in die Zweite Liga zurückgekehrt, der sie davor 14 Jahre Spielzeiten angehört hat. In der aktuellen Tabelle belegen die Hildesheimer mit 5:7 Zählern Rang zehn. In einer Nachholpartie unterlagen sie am Mittwoch dem VfL Lübeck-Schwartau mit 24:28. Ihre beiden Siege in der laufenden Runde holten sie beim Wilhelmshavener HV (28:24) und bei der HSG Konstanz (28:27). Hinzu kommt auf der Habenseite noch ein Heim-Unentschieden gegen den TV Emsdetten. Unter der Woche haben die VfL-Verantwortlichen dem Wunsch des griechischen Nationalspielers Spyridon Cherouveim, der erst im Sommer vom FC Barcelona gekommen war, entsprochen und ihm die Freigabe für einen Wechsel zum luxemburgischen Meister Esch erteilt. Damit ist die Fraktion der Griechen im Kader wieder auf vier Personen geschrumpft. Rückraumspieler Nikos Passias sowie die Kreisläufer Adam Papadopoulos und Niko Tzoufras trugen schon in der Aufstiegssaison das Hildesheimer Trikot, zur laufenden Runde kehrte Savvas Savvas vom ASV Hamm zur Eintracht zurück. Neben Savvas und dem wieder abgewanderten Cherouveim kamen sechs weitere Neuzugänge zum Aufsteiger, darunter Torwart Paul-Janis Twarz aus Potsdamm und die jungen  Außenspieler Fin Backs sowie Dimitri Ignatov vom Erstligisten MT Melsungen.