MHP Riesen Berlin ist der Lieblingsgegner Waleskowski und Johnson führen MHP Riesen zum 90:80-Sieg gegen Alba

Ludwigsburg / ANDREAS EBERLE 04.01.2016
Die MHP Riesen Ludwigsburg bleiben für Alba Berlin ein rotes Tuch. Nach den beiden Niederlagen im Eurocup verloren die Basketball-Stars aus der Hauptstadt auch das erste Bundesliga-Duell in der ausverkauften MHP-Arena mit 80:90.

Sobald die "Albatrosse" von Alba Berlin in dieser Saison auf die MHP Riesen Ludwigsburg treffen, mutieren sie zu lahmen Enten. In der Eurocup-Vorrunde zogen die Basketballer von der Spree mit 79:60 und 90:79 den Kürzeren. Auch im dritten Saisonduell hatte das Star-Ensemble von Trainervulkan Sasa Obradovic nichts zu lachen: Vor 4500 Zuschauern in der ausverkauften MHP-Arena setzten sich die Riesen verdient mit 90:80 durch und beendeten die Hinserie mit 24:10 Zählern auf Platz sechs. Die beiden Topscorer im Ludwigsburger Team waren Adam Waleskowski (22 Punkte) und Rückkehrer Kerron Johnson (20). Bereits am Dienstag (20 Uhr) geht es für die Riesen im Eurocup weiter. Zum Auftakt der zweiten Gruppenphase ist der polnische Vertreter Stelmet Zielona Gora in der Barockstadt zu Gast.

Eine sagenhafte Dreier-Trefferquote von 69 Prozent war die Basis für den Ludwigsburger Start-Ziel-Sieg gegen Berlin. Gleich neun der 13 Würfe aus der Ferne landeten im Alba-Korb. Zum Vergleich: Der Tabellenzweite aus der Hauptstadt versenkte nur neun seiner 31 Distanzwürfe (29 Prozent). Allein sechs Fehlversuche gingen auf das Konto von Gästestar Will Cherry. Dass die Berliner letztlich besser bei den Offensiv-Rebounds waren (13:3) und weniger Ballverluste produzierten als Ludwigsburg (17:20), fiel nicht ins Gewicht.

Riesen-Coach John Patrick hatte erneut Rückkehrer Johnson für Mustafa Shakur als Point Guard aufgeboten. Der Finne Shawn Huff erhielt eine Pause. Für ihn rückte Royce O'Neale in den Kader. Im Gegensatz zu Berlin waren die Riesen von der ersten Sekunde an präsent und legten mit einer 10:2-Führung los. Mit 25:11 entschieden sie den ersten Durchgang für sich. Dabei spielte Ludwigsburg die Blessur von Jordan Taylor in die Karten: Das Alba-Ass verletzte sich in der Anfangsphase am linken Daumen und musste getaped werden. Erst kurz vor Viertelende war Taylor wieder mit von der Partie und markierte dann gleich fünf Zähler für sein Team.

Auch im zweiten Viertel gaben die Riesen nicht klein bei. Zu Beginn entzückten zwei Abwehraktionen die Fans: Erst blockte David McCray einen Wurf von Taylor, dann stibitzte Johnson Berlins Ismet Akpinar den Ball, nachdem er sich von hinten an den Deutsch-Türken herangeschlichen hatte. Speziell O'Neale und Waleskowski punkteten nun fleißig für die Hausherren. Zur Pause lag Ludwigsburg mit 44:32 vorne.

Mit zwei Dreiern des überragenden Waleskowski zum 50:32 starteten die Gastgeber ins dritte Viertel. Bis zur 25. Minute schraubten die Riesen die Führung gar auf 59:37 hoch. Erst jetzt war den Alba-Profis der Ernst der Lage offenbar bewusst. Angetrieben von ihrem wild gestikulierenden Trainer Obradovic bliesen sie zur Aufholjagd. Mit einem 14-Punkte-Polster ging Ludwigsburg in den letzten Spielabschnitt. Brad Loesing und Rocky Trice bauten die Führung zunächst wieder auf 76:56 aus, ehe Berlin erneut verkürzte. Doch auf mehr als zehn Punkte kam der achtfache deutsche Meister nicht heran. Am Ende konnten die Mannen in Gelb und ihre Anhänger einen weiteren Coup gegen Alba bejubeln.

Stimmen zum Spiel

John Patrick, Trainer der MHP Riesen Ludwigsburg: Wir haben ein Spiel von zwei ähnlichen Teams gesehen. Es war ein intensives Duell vor einer super Kulisse und Atmosphäre. Wir haben unglaubliche Dreier getroffen, die auch den Unterschied ausgemacht haben. Ich bin stolz, dass wir in jedem Spiel einen anderen Topscorer haben. Heute hat Adam Waleskowski diese Rolle übernommen. Auf die zwölf Saisonsiege nach der Vorrunde können wir stolz sein. Letztes Jahr hatten wir zum gleichen Zeitpunkt nur fünf Siege geholt.


Sasa Obradovic, Coach von Alba Berlin: Der Ludwigsburger Sieg war verdient. Ich hätte erwartet, dass wir hier anders starten – gerade nach den beiden Niederlagen im Eurocup. Wir haben es dem Gegner überlassen, den Rhythmus vorzugeben. Die Auszeit am Ende muss man verstehen. In der Rückrunde kann der direkte Vergleich entscheidend sein. Das müssen die Fans hier noch lernen. Insgesamt war es eine zufriedenstellende Vorrunde. Bamberg ist der Topfavorit, aber Ludwigsburg gehört für mich auch zum Favoritenkreis.

 

So spielten sie


Ludwigsburg – Berlin 90:80 (44:32)


(25:11, 19:21, 26:24, 20:24)


MHP Riesen Ludwigsburg: Waleskowski (22), Johnson (20), O’Neale (14), Loesing (9), McCray (8), Cotton (6), Brockman (6), Trice (5), Boone, Munoz.


Alba Berlin: Taylor (20), Watt (14), Cherry (13), Milosavljevic (9), Kikanovic (9), King (5), Loncar (5), Vargas (5), Wohlfarth-Bottermann, Liyanage, Akpinar, Giffey.


Zuschauer: 4500 (ausverkauft).

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