Beratungsresistentes Team

Stefan Hoffmann ist entgegen seiner Planung jetzt doch wieder für Gruibingen am Ball.
Stefan Hoffmann ist entgegen seiner Planung jetzt doch wieder für Gruibingen am Ball. © Foto: Schwabenpress
THOMAS FRIEDRICH 15.11.2014
Von drei Spielen bis zur Winterpause muss Bezirksligist FTSV Kuchen zwei gewinnen. Morgen gegen RSK Esslingen wäre ein guter Zeitpunkt für das erste. In der A3 steht Gruibingen nicht ganz so unter Druck.

FTSV-Trainer Martin Braunmiller schwankt zwischen Verzweiflung und trotziger Hoffnung. Immer wenn er glaubt, seine Mannschaft habe den Ernst der Lage erkannt, kommt ein Rückschlag. Der 4:2-Derbysieg in Rechberghausen nährte die Hoffnung auf eine Wende im Abstiegskampf, das 0:4 beim bis dahin sieglosen Schlusslicht VfL Kirchheim empfand nicht nur Braunmiller als "Schlag ins Gesicht".

Eine derart desolate Darbietung kann ein Trainer "nur schwer erklären", Braunmiller versucht es dennoch. Seinen Zöglingen fehlte mal wieder der Biss, sie spielten "zu brav", das geht in der Bezirksliga nicht. Dort muss jeder Spieler "an die Grenzen gehen", genau das schaffen die Kuchener nur selten. Die Mannschaft scheint eine gewisse Beratungsresistenz entwickelt zu haben, Mahnungen dringen nur selten durch.

Braunmiller bleibt "positiv gestimmt". Acht Zähler Rückstand zum vermutlichen Relegationsplatz hält er für "noch aufholbar". Von den drei ausstehenden Partien vor der Winterpause sollte der FTSV zwei gewinnen, um den Rückstand an Weihnachten auf "maximal sechs Zähler" zu begrenzen. Gelingt das, glaubt der Trainer noch an die Aufholjagd 2015.

Dumm nur, dass von den drei Kuchener Spielen vor der Winterpause zwei im heimischen Ankenstadion anstehen. Auf den ersten Heimsieg wartet der FTSV immer noch. Der soll morgen zum Vorrundenabschluss um 14.30 Uhr gegen RSK Esslingen gelingen. "Wir müssen zu Hause einfach besser spielen", fordert Braunmiller nach zuletzt "drei, vier richtig schwachen" Auftritten im Ankenstadion. Mithelfen soll Maximilian Pomeißl, der zuletzt fehlte. Mehr als 13, 14 Feldspieler hat Braunmiller wegen der anhaltenden Verletzungsseuche bis Jahresende nicht zur Verfügung.

Mut macht ihm die fehlende Qualität der Konkurrenz. Braunmiller hat bislang noch keinen Gegner gesehen, gegen den seine Mannschaft aus Prinzip keine Chance hatte. Der Liga fehlen überragende Topteams, daher "können wir jeden schlagen", sagt Braunmiller. Wenn die Seinen mal an die Grenzen gehen.

Der TSV Gruibingen hat in der Kreisliga A3 durch zwei Siege in Folge gegen direkte Mitkonkurrenten erheblich Druck aus dem Kessel genommen. Nach dem 4:1 gegen Salach und dem 3:1 bei der KSG Eislingen können die Gruibinger durchpusten und wollen morgen gegen den TSV Wäschenbeuren den Abstand zum Keller weiter vergrößern.

Coach Roland Wiedmann hat auf die Verletztenmisere reagiert. Peter Rupp (Kreuzbandriss), Trainersohn Sebastian Wiedmann (Bänderriss), Murat Togac und Michael Späth sind langzeitverletzt. Zudem fielen zwischenzeitlich auch Manuel Späth und Nikos Dilmas aus. Deshalb hat Wiedmann Routinier Stefan Hoffman reaktiviert, der im Sommer seine Karriere beendet hatte.

Seit Hoffmann spielt läufts. Er wurde gegen Salach eingewechselt und spielte in Eislingen durch, bereitete dort sogar zwei Tore vor. Nach fünf Monaten ohne Training trainiert Hoffmann jetzt einmal die Woche mit, das reicht. Mit ihm sieht Wiedmann morgen "eine Riesenchance, uns abzusetzen".