Der Frühling lässt in Baden-Württemberg noch auf sich warten. Dem Südwesten stehen stürmische und nasse Tage bevor. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt, nimmt der Wind am Freitag im ganzen Land immer weiter zu. Es werden teils schwere Sturmböen aus Südwest erwartet.

Wetter in Ulm und BW: Stürmisch und nass am Wochenende

Im Warnlagebericht für Baden-Württemberg, ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am Freitag (31.03.), steht: Verbreitet soll es stürmisch werden, zudem sind einzelne Gewitter und gebietsweise Dauerregen möglich. Landesweit könnte es stürmische Böen um 70 km/h aus Südwest geben. Örtlich, vor allem auch im Bergland sind Sturmböen bis 80 km/h möglich. In der Nacht zum Samstag könnte sich der Wind in tiefen Lagen vorübergehend abschwächen.
Gewitter angesagt: Freitag sind einzelne Gewitter – sogar mit kleinkörnigem Hagel – und Starkregen möglich. Bis zum Sonntagmorgen bleibt es nass.
Wetter in Ulm: Es bleibt ungemütlich.
Wetter in Ulm: Es bleibt ungemütlich.
© Foto: Screenshot DWD

Unwetter im Schwarzwald: Verletzte, umgestürzte Bäume und gesperrte Bahnstrecken

Sturmtief „Markus“ hat in Baden-Württemberg gewirbelt und am Freitag mehrere Menschen verletzt. Ein Regionalzug der Höllentalbahn fuhr gegen einen brennenden Baum, der auf die Oberleitung gestürzt war. Der Lokführer konnte nach einer Notbremsung bei Friedenweiler (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) das Feuer am Baum löschen und ein Übergreifen der Flammen auf den Zug verhindern, wie eine Sprecherin der Bundespolizei sagte. Der Zug wurde evakuiert, der Lokführer und eine Frau erlittenen leichte Verletzungen.
Auf dem Waldfriedhof in Aalen traf ein etwa zehn Meter langer abgebrochener Ast zwei Besucher einer Beerdigung. Eine 68-Jährige wurde nach Polizeiangaben mittelschwer und ihr 76 Jahre alter Ehemann leicht verletzt, beide kamen mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus.
Zwischen Freiburg und Villingen wurde ebenfalls der komplette Zugverkehr eingestellt. Auf der Regionalbahn-Strecke zwischen Hechingen und Sigmaringen sei ebenfalls ein Baum auf die Gleise gefallen, hieß es auf dem Twitter-Kanal der Bahn. Auf der Strecke zwischen St. Georgen und Konstanz fuhren Züge witterungsbedingt mit verminderter Geschwindigkeit. Auch hier gab es Verspätungen und Teilausfälle. Zwischen Karlsruhe und Basel kam es ebenfalls zu Beeinträchtigungen.
Umgekippte Bäume liegen auf einem Fahrradweg nahe der Gleise der Höllentalbahn. Sturm hatte am Freitag in vielen Teilen des Landes Bäume umgeweht.
Umgekippte Bäume liegen auf einem Fahrradweg nahe der Gleise der Höllentalbahn. Sturm hatte am Freitag in vielen Teilen des Landes Bäume umgeweht.
© Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
In fast allen Landesteilen hatten Polizei und Feuerwehren viel mit umgestürzten Bäumen zu tun. Die Sturmböen deckten in einem Hotel in Schwanau (Ortenaukreis) Teile des Dachs ab. In Baden-Baden stürzte eine etwa 15 Meter hohe Birke auf ein städtisches Gebäude. Die Bewohner kamen nach Polizeiangaben mit dem Schrecken davon.
In Haslach im Kinzigtal wehte der Sturm Blechteile auf ein Abstellgleis der Schwarzwaldbahn. Eine Gefahr für den Bahnverkehr bestand den Angaben zufolge nicht. Vor einem Bahnhof an der Autobahn 96 in Höhe Gebrazhofen (Kreis Leutkirch) knickte ein Strommast um.

Regenwetter bis Sonntagabend angekündigt

Der Wasserschutzpolizei lagen am Nachmittag keine Berichte über wetterbedingte Einsätze am Bodensee vor. Insgesamt bewegte sich die Einsatzzahl von Polizei und Feuerwehr im Land im dreistelligen Bereich.
Bis Sonntagabend kann es laut DWD im Schwarzwald örtlich bis zu 80 Liter pro Quadratmeter regnen – und das binnen 72 Stunden. Zum Vergleich: Auf dem Feldberg fallen im März und April normalerweise pro Monat etwa 140 Liter pro Quadratmeter. Mit „Rausgeh-Wetter“ sei in den nächsten Tagen also erst einmal nicht zu rechnen, sagte ein Sprecher des DWD.

Wetter in Ulm: DWD warnt vor schwerem Gewitter

Der Deutsche Wetterdienst hat am Freitagmittag eine Unwetterwarnung für Ulm und den Alb-Donau-Kreis herausgegeben. Noch bis 15 Uhr besteht eine Warnung vor schweren Gewittern der Stufe 3 und 4. Der Wetterdienst gibt folgende Handlungsanweisungen:
  • Schließen Sie alle Fenster und Türen.
  • Sichern Sie Gegenstände im Freien.
  • Halten Sie insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen.
  • Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien.