„Wo, bitteschön, ist der Winter 2022 abgeblieben?“ Diese Frage mag sich manch einer nach dem harten Frost und dem Glatteis der vergangenen Tage stellen – schließlich bewegen wir uns im Südwesten aktuell im zweistelligen Temperaturbereich. In den kommenden Tagen sucht eine Reihe von Tiefdruckgebieten den Südwesten heim. Und das hat möglicherweise massive Auswirkungen. Wie wird es in den kommenden Tagen?
  • Für Donnerstag, 22.12.2022 warnt der Deutsche Wetterdienst vor stürmischem Wind, der auf dem Feldberg gar zum Orkan mit Windgeschwindigkeiten bis 115 km/h anwachsen könne. Begleitet wird das von immer wieder auftretendem Regen in Baden-Württemberg.
  • Der Freitag, 23.12.2022, wird laut Wetterwarte Süd „mit 9 bis 14 Grad sehr mild, regnerisch und der Wind fegt erneut mit 50 bis 80 Kilometer pro Stunde böig bis stürmisch übers Land. Und der DWD warnt: Ab Freitagfrüh erneut in tiefen Lagen Windböen um 55 km/h, vor allem in Oberschwaben auch um 65 km/h.
  • Insgesamt warnt der DWD für die Tage bis Heiligabend vor Dauerregen: In den nördlichen Regionen fallen innerhalb 36 bis 48 Stunden um 40 Liter pro Quadratemeter, im Schwarzwald sowie im Allgäu um 60 Liter pro Quadratmeter. In Weststaulagen des Schwarzwaldes herrsche Unwetter mit Niederschlagsmengen von 80 - 120 Liter pro Quadratmeter, im Stau des Allgäus können ebenfalls unwetterartige Mengen bis 90 Liter pro Quadratmeter fallen.

Wettervorhersage für 24.12.2022: Gibt es eine Weiße Weihnacht?

Wenn wir aktuell keinen Winter mehr sehen – was wird dann aus der ersehnten Weißen Weihnacht am Samstag? Winterwunder-Schnee-Romantiker müssen jetzt ganz stark sein: Dieses Jahr fällt die weiße Weihnacht wegen hoher Temperaturen sprichwörtlich ins Wasser, es wird – mal wieder – ein grünes Fest. Die Wetterwarte Süd prognostiziert für 24.12.2022: „Am Samstag zunächst nass.“ Auch Marco Puckert vom DWD in Stuttgart erklärt: „An Heiligabend gibt es hin und wieder Schauer.“ Also alles furchtbar an Heiligabend?

So wird das Wetter an Weihnachten 2022

Nicht ganz: Der DWD geht immerhin davon aus, dass es an Weihnachten bei Einbruch der Dunkelheit in fast ganz Baden-Württemberg niederschlagsfrei bleiben werde. Und die Experten von der Wetterwarte Süd versprechen, dass es im Tagesverlauf besser werde: „An Weihnachten milder Mix aus Sonnenschein und unterschiedlicher hochnebelartiger Bewölkung.“ Und das mit Tageshöchstwerten von 6 bis 12 Grad. Es könnte schlimmer sein.

Gab es früher wirklich mehr Schnee?

Wer übrigens angesichts der grünen Weihnacht 2022 darauf hinweist, dass es früher ja sowieso viel mehr Schnee gegeben habe, der darf sich einer neuen Untersuchung des DWD zufolge bestätigt fühlen: Tatsächlich sank die Zahl der Tage in Deutschland, an denen es eine Schneedecke mit mindestens 3 Zentimetern gab, zwischen 1961 und 2021 deutlich.
  • In Lagen von 0 bis 300 Metern sank die Zahl der Schneetage um 65 Prozent
  • In Lagen zwischen 300 und 700 Metern sank die Zahl um 50 Prozent
  • In Lagen über 700 Metern waren es immer noch 30 Prozent weniger.

Weiße Weihnachten nur alle zehn Jahre

Das bestätigt einen bedauerlichen Trend: Weiße Weihnacht in Deutschland sind und werden - verschärft durch die Klimaerwärmung - eher die Ausnahme als die Regel.
  • Nur etwa alle zehn Jahre liegen hierzulande an den Feiertagen flächendeckend mehr als zehn Zentimeter Schnee.
  • Zuletzt war das so im Jahr 2010. Als Jahr mit weißer Weihnacht deutschlandweit gilt außerdem 1981.
  • Als „überwiegend weiße Weihnacht“ an mindestens einem der Feiertage bezeichnet der DWD in den vergangenen Jahrzehnten die Jahre 1986, 1970, 1969 und 1963.