Die CDU zieht in der Wählergunst einer neuen Umfrage zufolge in Baden-Württemberg an den Grünen vorbei. Die Union kommt beim „Baden-Württemberg-Trend“ des Meinungsforschungsinstituts Insa für die „Bild“-Zeitung (Donnerstag) auf 28 Prozent, das sind zwei Prozentpunkte mehr als bei einer Befragung im Juli. Die Grünen büßten hingegen drei Prozentpunkte ein und landeten bei 26 Prozent. SPD (13 Prozent) sowie FDP (10 Prozent) verlieren den Angaben nach je einen Prozentpunkt, während die AfD (13 Prozent) drei Punkte hinzugewinnt.

„Ampel“ in Berlin schwächt auch Kretschmann

„Die Ampel im Bund hilft der Union im Ländle“, sagte Insa-Chef Hermann Binkert der Zeitung. „Da alle drei Ampel-Parteien Stimmen verlieren, könnten die Grünen nur noch in diesem Bündnis den Ministerpräsidenten stellen. Die CDU könnte sowohl Schwarz-Grün als auch eine Deutschland-Koalition anführen.“ Mit der Deutschland-Koalition ist ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP gemeint.
Als „Gewinner der Umfrage“ bezeichnet die „Bild“ zudem auch den CDU-Fraktionschef Manuel Hagel: Der 34-jährige Ehinger lande mit 57 Punkten im Beliebtheits-Ranking der Landespolitiker direkt hinter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (59,9) auf Platz zwei – weit vor CDU-Landeschef und Innenminister Thomas Strobl (66,9 Punkte). Strobl hatte zuletzt mit Negativschlagzeilen rund um Ermittlungen und einen Untersuchungs-Ausschuss in der „Brief-Affäre“ zu kämpfen. Außerdem belastet ein Skandal um sexuelle Nötigung die Landespolizei.
Die generelle Entwicklung bei den Parteien – dass vor allem die AfD zulegt und die Grünen verlieren - hatte sich schon vergangene Woche gezeigt, als SWR und „Stuttgarter Zeitung“ Ergebnisse einer Umfrage von Infratest dimap in ihrem Auftrag veröffentlichten. In dieser Auswertung lagen die Grünen bei der Sonntagsfrage allerdings mit 27 Prozent noch vor der CDU (26 Prozent).
Baden-Württemberg Kabinettsumbildung Der Herbst der Regierung Kretschmann/Strobl

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