Man kennt die nervigen Insekten vor allem aus der Küche, und jegliche Falle scheint sie kaltzulassen: Fruchtfliegen haben jetzt aber noch für viel größeres Aufsehen gesorgt, und zwar im Aalener Ostalb-Klinikum. Dort mussten alle OP-Säle geschlossen werden, weil sich die mit dem Fachbegriff Drosophila melanogaster bezeichneten Plagegeister im Aufenthaltsraum und im Flur des Zentral-OPs ausgebreitet haben, wie der SWR berichtet. Am Samstagabend wurde das Personal durch Kontrollsysteme auf eine Auffälligkeit im Reinluft-System aufmerksam, worauf man mit der Komplettschließung des OP-Bereichs reagierte.
Dies hat zur Folge, dass planbare Operationen verschoben werden, laut einem Pressesprecher des Klinikums betrifft das insgesamt rund 50 Eingriffe. Notfälle werden an den benachbarten Kliniken in Ellwangen und Schwäbisch Gmünd operiert. Die Patienten werden demnach direkt in andere Krankenhäuser gebracht, da sich das Aalener Ostalb-Klinikum vorübergehend bei der Rettungsleitstelle abgemeldet hat.

Ursache ist noch nicht bekannt

Aber woher kommen die Fruchtfliegen? Das sei noch nicht bekannt, hieß es am Dienstagmorgen – nach der Ursache werde aber intensiv gesucht. Da sich die kleinen Fliegen von Nahrungsmitteln anziehen lassen, ist besonders der Aufenthaltsraum, in dem das Essen erlaubt ist, im Visier der Untersuchungen. Es gilt unter anderem zu klären, ob jemand dort Essbares hinterlassen hat, erklärt der Sprecher.
Am Dienstagmorgen waren die Reinigungsarbeiten bereits in Gange: Ausräumen, desinfizieren, einräumen – der Aufwand ist nicht gerade gering. Bis Mittwochabend soll aber wieder reine Luft herrschen, sodass ab Donnerstag voraussichtlich wieder Operationen durchgeführt werden.