Für die Entschärfung einer Fliegerbombe müssen rund 4000 Menschen in Freiburg am Samstag zeitweise ihre Wohnungen und wohl ihren Arbeitsplatz verlassen. In dem Radius um den Bombenfund liegen auch mehrere Einrichtungen des Universitätsklinikums Freiburg, wie die Kommune am Donnerstag mitteilte. Die Zünder der US-amerikanischen 500-Kilo-Bombe sollen am Samstagvormittag entfernt werden. Die Gebäude in einem Umkreis von 500 Metern werden evakuiert. Von 7.30 Uhr morgens an soll sich keiner mehr in den betroffenen Häusern aufhalten.
In der betroffenen Zone sind rund 4000 Einwohnerinnen und Einwohner gemeldet. Die Straßen in dem Sicherheitsradius werden von der Polizei gesperrt. Der Vollzugsdienst der Stadt wird ab Freitagmorgen alle betroffenen Haushalte mit einem Schreiben informieren, dass in den Briefkästen verteilt wird. In einer Halle der Messe wird eine Betreuungsstelle eingerichtet, die ab 7.30 Uhr geöffnet werden soll.

Klinik-Patienten werden verlegt

Das Universitätsklinikum Freiburg teilte am Donnerstag mit, dass Patienten am Samstag aus mehreren Klinikgebäuden vorsorglich in andere Bereiche verlegt werden sollen. Betroffen sind demnach die Klinik für Tumorbiologie sowie Teile der Kliniken für Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Pneumologie sowie des Neurozentrums. Auch die Blutspendezentrale sowie weitere Gebäude seien ganztags gesperrt. Patientenbesuche seien am Samstag nur in Ausnahmen und nur nach Rücksprache mit der jeweiligen Station möglich. Ambulante Notfallpatienten sollen sich an umliegende Krankenhäuser in der Region wenden. Schwerstverletzte Patienten könnten über den Rettungsdienst aber weiterhin in das Universitäts-Notfallzentrum gebracht und dort behandelt werden.
Eine akute Gefahr besteht nach Einschätzung des Kampfmittelräumdienstes nicht. Die 500-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg war am Mittwoch bei Bauarbeiten an der Lehener Straße direkt am Universitätsklinikum gefunden worden. Außer den Klinikgebäuden liegen auch mehrere große Hochhäuser und eine Filiale der Arbeitsagentur rund um den Fundort. Neben der Fundstelle verlaufen zudem Gleise. Das Universitätsklinikum Freiburg gehört nach eigenen Angaben zu den größten Unikliniken in Deutschland und betreibt laut Homepage mehr als 2000 Betten.