Das sogenannte Containern soll in Deutschland zum großen Teil erlaubt werden. Ernährungsminister Cem Özdemir und Justizminister Marco Buschmann wagen einen Vorstoß: Sie wollen, dass es straffrei wird, weggeworfene Lebensmittel aus fremden Mülleimern zu nehmen. Bisher ist Containern allerdings noch Diebstahl und damit illegal. Doch allzu oft werfen Supermärkte und Discounter noch gute (aber abgelaufene oder beschädigte) Lebensmittel einfach weg.

BW-Justizministerin Gentges: Containern soll nicht legal werden

Die baden-württembergische Justizministerin Marion Gentges (CDU) will weiterhin Menschen bestrafen, die noch genießbare Lebensmittel aus Abfallcontainern holen. Damit lehnte sie am Dienstag den Vorstoß von aus der Bundespolitik ab, die für eine Änderung von Verwaltungsvorschriften für Strafverfahren werben. Sie wollen das sogenannte Containern nur bestrafen, wenn damit auch Hausfriedensbruch oder Sachbeschädigung einhergehen.

Vorstoß zu Straffreiheit „reine Augenwischerei“ – Wieso?

Eine „reine Augenwischerei“ nannte Gentges den Vorschlag. Es gebe kaum Container, aus denen man etwas herausnehmen könne, ohne zugleich einen Hausfriedensbruch oder eine Sachbeschädigung zu begehen. „Leuten zu ermöglichen, in Containern nach Lebensmitteln zu wühlen, kann nicht unsere Antwort auf die großen Fragen der Lebensmittelverschwendung sein“, teilte Gentges mit. Sie schlug vor, die französische Regelung aufzugreifen, wonach große Supermärkte mit einer sozialen Einrichtung zusammenarbeiten müssen, um übrig gebliebene Produkte zu verteilen. Hier lesen Sie, was der Chef der Tafeln in Deutschland zum Containern sagt.