Angesichts der sich abzeichnenden möglichen Gas-Krise und der Energieknappheit im Winter entbrennt die Debatte um eine Verlängerung der Laufzeiten noch bestehender Atomkraftwerke – und auch um die Wiederinbetriebnahme stillgelegter AKW.

TÜV: AKW Gundremmingen könnte wieder laufen

Der Geschäftsführer des TÜV-Verbands, Joachim Bühler, hält eine rasche Wiederinbetriebnahme der drei Atomkraftwerke für möglich, die Ende vergangenen Jahres stillgelegt wurden.
Es handelt sich um die Meiler

Wiederinbetriebnahme von Atomkraftwerken binnen Monaten möglich

Bühler sagte der „Bild“-Zeitung, eine Wiederinbetriebnahme wäre „keine Frage von Jahren, sondern eher von wenigen Monaten oder Wochen“ - und vor allem eine Frage des politischen Willens. „Die drei Kraftwerke befinden sich nach unserer Überzeugung in einem sicherheitstechnischen Zustand, der es möglich machen würde, sie wieder ans Netz zu nehmen.“ Die Kernkraftwerke zählten zu den sichersten und technisch besten, die es weltweit gebe.

Verlängerung der Laufzeiten von AKW umstritten

Seit einiger Zeit schon ist angesichts der Gas-Situation die Rede davon, AKW-Laufzeiten zu verlängern, oder gar stillgelegte Atomkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen. Dafür sprach sich - mit Blick auf Gundremmingen zum Beispiel dieser Tage auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) im Deutschlandfunk aus.
Verlängerung der AKW-Laufzeiten Sogar Gundremmingen könnte reaktiviert werden

Berlin

Zehn Prozent des Stroms durch Gas erzeugt

Hintergrund der Debatte ist die offenbar zunehmende Drosselung von Gaslieferungen aus Russland an Deutschland. Erdgas wird vor allem zum Heizen eingesetzt. Es trägt aber auch rund 10 Prozent zur Stromproduktion in Deutschland bei. Wenn man länger auf Atomenergie setzen würde, könnte man also mehr Gas zum Heizen nutzen.
Derzeit sind in Deutschland noch drei Atomkraftwerke am Netz:
  • Emsland in Niedersachsen,
  • Isar 2 in Bayern und
  • Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg.
Nach geltendem Recht müssen sie spätestens am 31. Dezember 2022 abgeschaltet werden. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will vor Entscheidungen zunächst die Ergebnisse eines zweiten Stresstests zur Sicherheit der Stromversorgung abwarten, wie eine Regierungssprecherin gesagt hatte.