Seat Der Seat Leon ST: Schnittiger Kombi

Dezente Veränderungen: Der Seat Leon ST behält auch nach dem Facelift sein sportliches Erscheinungsbild.
Dezente Veränderungen: Der Seat Leon ST behält auch nach dem Facelift sein sportliches Erscheinungsbild. © Foto: Seat
Manuela Harant 22.04.2017

Der Leon ist so etwas wie das Brot- und Butter-Auto für Seat. Seit je her hat der kompakte Golf-Konkurrent auch als Kombi die schnittigere Linie als sein Wolfsburger Rivale gefunden, die jüngste Design-Auffrischung bewahrt ihm die Attraktivität. Und mit einem neuen Diesel im Programm empfiehlt er sich für all jene, die eher eine charmante Art der Fortbewegung als brachiale Leistungsschübe bevorzugen. Mit 85 kW/115 PS, vor allem aber 250 Newtonmeter Drehmoment geht der 1,6-Liter-Selbstzünder keineswegs kraftlos zur Sache. Der Preis für das so motorisierte Kombi-Grundmodell geht mit 26.750 Euro obendrein völlig in Ordnung.

Geblieben ist es auch nach dem Facelift bei den markanten Sicken in den Flanken. Neue Front- und Heckschürzen verjüngen den Leon und machen ihn fit für seine zweite Lebenshälfte, in rund drei Jahren erst steht der Generationswechsel an. Innen herrscht angenehme Ordnung, jeder Schalter, jede Taste ist am rechten Ort zu finden, ihre Funktionen bedürfen dank Selbsterklärung keiner weiteren Erläuterungen. Die Schalttafel wirkt aufgeräumt, die Instrumente lassen sich einwandfrei ablesen.

Eher unsichtbar und doch stets präsent ist die weitgehende Kommunikationsbereitschaft des Seat. Der Leon beherrscht für die Smartphone-Einbindung alle Schaltmeister, ob sie von Apple oder Google stammen oder Android Auto heißen. Mit wenigen Handgriffen sind die notwendigen Verbindungen hergestellt und schon tönt die Musik vom Mobil-Apparat aus den Autolautsprechern, zeigt der stattliche Bildschirm die schönsten Urlaubsfotos oder sind die Kontaktdaten des Telefons übernommen. Hilfreich ist dabei die Ladeschale, in der dafür geeignete Handys induktiv mit Energie versorgt werden. Das dauert allerdings etwa doppelt so lange wie mit einem Kabel.

Mit Netz und doppeltem Boden

Platzmangel herrscht auch im Kofferraum nicht, das ist von einem Kombi wohl auch zu erwarten. 587 Liter passen hier hinein, 1470 Liter sind es, wenn die Rückbanklehnen umgeklappt werden. Das ist im Klassenvergleich kein schlechtes Angebot. Die niedrige Ladekante und die elektrisch öffnende Heckklappe erleichtern es, das Gepäck an Bord zu verstauen. Ein Sicherungssystem für die Transportgüter mit Netz und doppeltem Boden ist außerdem sehr hilfreich.

Doch nun zur eigentlichen Neuheit in Seats Kompakt-Kombi. Der 1,6-Liter-TDI macht sich flüsternd an die Arbeit, verrichtet seine Aufgabe ohne spektakuläre Effekte aber mit erstaunlicher Durchzugskraft und Gelassenheit. Wer den Löwen nicht zum brüllen auffordert, sondern sich mit sanftem Schnurren zufrieden gibt, fährt den Kombi mühelos mit weniger als fünf Liter Diesel 100 Kilometer weit. Im Durchschnitt kamen 5,1 Liter im Alltagsbetrieb heraus.

Nichts zu deuteln gibt es am Fahrverhalten. Der Leon liegt satt auf der Straße, geht willig um die Kurven und überrascht nie mit schrulligen Eigenheiten. Die Lenkung ist ausreichend präzise und lässt die Antriebseinflüsse auf die Vorderräder nur sehr verhalten spüren. Die gängigen Assistenzsysteme sind serienmäßig an Bord, gegen Aufpreis lässt sich der Schutzschirm elektronischer Wächter weiter spannen. Auch Möglichkeiten zur Individualisierung finden sich in der Preisliste. Im Alltag erfreut er mit hoher Tauglichkeit, ist sparsam und komfortabel, mehr Auto braucht niemand.