S-Klasse Mercedes S-Klasse: Der Stern soll immer heller strahlen

Unter grellem Scheinwerferilcht wurde den Medienvertretern in New York ein erster Blick auf die überarbeitete S-Klasse freigegeben.
Unter grellem Scheinwerferilcht wurde den Medienvertretern in New York ein erster Blick auf die überarbeitete S-Klasse freigegeben. © Foto: Daimler
Stuttgart / Manuela Harant 22.04.2017
Den Stuttgartern fällt es zunehmend schwer, die Modellgenerationen der S-Klasse optisch voneinenander abzugrenzen. Der Fortschritt beim autonomen Fahren macht aber eine Überarbeitung des Flaggschiffs unabdingbar.

Die Marke Mercedes kommt langsam in die Bredouille. Die vergangenen Neuauflagen ihrer Modelle glänzten noch mit Quantensprüngen in Sachen Fahrdynamik. Man mag nur an die schwammige E-Klasse aus den Neunziger-Jahren mit der jetzigen Version vergleichen. Inzwischen scheinen Fahrwerk und Motoren jedoch soweit optimiert, dass eine komplette Neuauflage einer Plattform in Sachen Kosten und Nutzen nur noch wenig sinnvoll erscheint. Auch hat Designchef Gorden Wagener in den vergangenen Jahren dermaßen den Nerv der Zeit getroffen, dass die Stuttgarter hier gut beraten sind, nur so viel wie unbedingt nötig zu verändern. Dementsprechend kann der Nachfolger der aktuellen S-Klasse nach vier Jahren nur als Facelift seines Vorgängers ins Rennen gehen. Einen ersten exklusiven Blick auf die Luxus-­Limousine gaben die Stuttgarter nun auf der International Auto Show in New York frei.

Aus einer LED-Flanke  bei den Frontscheinwerfern werden zwei und die Rückleuchten strahlen nun im „kristallinen Look“. Das waren bereits die auffälligsten Veränderungen, denn über die Silhouette der meistverkauften Luxus-Limousine der Welt gab es bislang keine Kritik. Allerdings wurde die Motorenpalette komplett überarbeitet, unter anderem soll es neue Sechszylinderaggregate als Diesel und Benziner geben. Diese werden – zumindest nach EU-Normzyklus – wieder etwas weniger Sprit verbrauchen als ihre Vorgänger. Aber deswegen greift schon lange kein Kunde mehr zu einem überarbeiteten Modell. Vielmehr dürften es vor allem die verbesserten inneren Werte sein, die potenzielle Interessenten davon überzeugen, bis Juli auf die Markteinführung der neuen S-Klasse  zu warten.

Fahrassistenten verbessert

Das betrifft insbesondere das teilautonome Fahren, das nur knapp eineinhalb Jahre nach seiner Einführung in der aktuellen E-Klasse weiterentwickelt und verfeinert worden ist. Klar, dass dies im Flaggschiff des Stuttgarter Premium-Herstellers zuerst Anwendung findet. So wird nun das Tempo vor engen Kurven und Kreuzungen elektronisch gedrosselt und das Spurwechseln weiter vereinfacht. Insgesamt wird der Fahrassistent vor allem dadurch verbessert, dass er nicht nur Sensoren und Kameras in die Berechnung des autonomen Fahrens einbezieht, sondern auch aktuelle Karten- und Navigationsdaten.

Zudem hält erstmals die  Kurvenneigefunktion „Curve“ Einzug in die S-Klasse, die das Auto in Kurven zur Kurveninnenseite neigt, was den Fahrkomfort erhöht. Und nicht zuletzt kann die S-Klasse nun zum Ein- und Ausparken per Smartphone-App „ferngesteuert“ werden – eine von vielen Fähigkeiten, die sie aus der mittleren Oberklasse übernommen hat.

 Am Bedienkonzept von Ins­trumententafel und Mittelkonsole haben die Innenraum-Designer und -Entwickler dagegen nicht herumgedoktert. Der Grundsatz aus der IT-Branche „Verändere nie ein laufendes System“ gilt auch im Jahr 2017 uneingeschränkt. Und so dürfen sich die Fans des längsten Fahrzeugs aus Stuttgart zwar über einige Neuerungen freuen, werden aber sicher nicht von den dezenten Veränderungen überfordert.

Denn mit dem Facelift ist traditionell erst die Mitte des Lebenszyklus erreicht, und so wird es die nächste Radikalkur bei der Speerspitze der automobilen Technologie aus Stuttgart nicht vor 2020 geben. Vielleicht fährt die S-Klasse dann ja schon komplett autonom. Es wäre der nächste logische Schritt, den die Ingenieure mit der Überarbeitung 2017 nun vorgegeben haben.

AMG-Version des GLC vorgestellt

Leistung lohnt sich, diesem Motto folgt so mancher Hersteller auf der New York International Auto Show. Seit 1900 trifft sich die Autowelt im Big Apple, um ihre Neuheiten zu präsentieren. Die Messe-Stars des Jahrgangs 2017 protzen mit PS. Insbesondere die Mercedes-Sportsparte AMG, die in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag begeht. Das SUV GLC steht im Blickpunkt und tritt in der konventionellen und der Coupé Karosserieversion als erstes und nach AMG-Angaben bislang einziges Mittelklasse-SUV mit einem Achtzylindermotor an.

Der Vierliter-V8 leistet hinter dem breitrippigen Panamericana-Grill, der bislang nur den GT-Modellen vorbehalten war, bis zu 375 kW/510 PS und beschleunigt das allradgetriebene SUV in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h abgeregelt, wer sich öfter an sie herantastet, dürfte den angegebenen Normverbrauch von 10,7 Liter Super Plus um ein mehrfaches übertreffen.