Falsche Blitzer Wie Mautstationen und falsche Blitzer Autofahrer irritieren

Der Zweck der blauen Säulen ist vielen Autofahrern nicht klar.
Der Zweck der blauen Säulen ist vielen Autofahrern nicht klar. © Foto: Patrick Pleul (dpa)
Ulm / Christoph Knauthe 06.07.2018
Nicht alles, was aussieht wie ein Blitzer, ist auch einer. Mautstationen und Attrappen irritieren Autofahrer und haben schon zu gefährlichen Bremsaktionen geführt.

Autofahrer, die neben der Straße plötzlich Säulen oder Kästen entdecken, die scheinbar Kameras beinhalten, treten oft reflexartig auf die Bremse. Es könnte sich ja schließlich um einen Blitzer handeln und das kann schnell teuer werden – und die ruckartigen Bremsaktionen sehr gefährlich.

Lkw-Maut-Kontrollstationen

In der letzten Zeit wurden neben Straßen in ganz Deutschland hunderte blaue Säulen errichtet. Von der Form her haben sie eine unverkennbare Ähnlichkeit mit den gefürchteten säulenförmigen Blitzern, die jedoch in weniger auffälligen Farben gehalten sind. Gerade nämlich das Blau soll dem Vorbeifahrenden signalisieren: Es handelt sich eben nicht um einen Blitzer.

Die Säulen dienen zur Lkw-Maut-Kontrolle. Seit 01. Juli wird auch auf vielen deutschen Bundesstraßen eine solche Gebühr erhoben. Anhand von Bildern werten die Kontrollstationen aus, ob vorbeifahrende Lastwagen diese rechtmäßig bezahlt haben. Falls ja, werden die Aufnahmen sofort wieder gelöscht.

Autofahrer können unbesorgt sein. Für sie ändert sich nichts. Außerdem kontrollieren die blauen Säulen nicht ihre Geschwindigkeit. Scharfe Bremsungen können und sollten also im Sinne der Verkehrssicherheit unterlassen werden.

Eine Übersicht sämtlicher Mautkontrollstationen in Baden-Württemberg haben wir in einer Karte zusammengefasst.

Falsche Blitzer

Während Autofahrer Lkw-Maut-Kontrollstationen nur fälschlicherweise für Blitzer halten, werden sie in anderen Fällen bewusst getäuscht. Um Rasern in ihrer Straße Einhalt zu gebieten, wurde bereits so mancher Ansässige kreativ. Selbstgebaute Blitzer-Attrappen haben meist keine tatsächliche Funktion. Zur Abschreckung dienen sie jedoch allemal. Aus einem fahrenden Auto heraus lässt sich der Schwindel nur schwer erkennen.

Rechtlich gesehen ist die Zulässigkeit falscher Blitzer jedoch nicht ganz unumstritten. Das Aufstellen auf Privatgelände ist theoretisch kein Problem. Kommt die Attrappe jedoch einer Gefährdung der Verkehrssicherheit gleich, drohen hohe Strafen. Wo genau die Grenze zwischen legal und illegal liegt, lässt sich pauschal nicht sagen.

Bremst ein Vorbeifahrender aus Angst geblitzt zu werden stark und verursacht dadurch einen Auffahrunfall, könnte er den Besitzer der Attrappe zum Beispiel auf Schadensersatz verklagen.

Auch die Behörden reagieren verschieden. Im einen Ort tolerieren sie die falschen Blitzer, im anderen fordern sie die Besitzer zur Unterlassung auf.

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