Stötten Ausbau der Winterreutestraße liegt im Zeitplan

Stötten / Isabelle Jahn 01.06.2018
Einen starken Monat nach dem Spatenstich stecken die Arbeiter mitten im Umbau der Winterreutestraße. Bislang läuft alles nach Plan.

Fünf Wochen ist es her, dass in Stötten die Baumaschinen angerollt sind, um die marode Winterreutestraße zu erneuern. Von den Schlaglöchern und Rissen im Straßenbelag ist nun nichts mehr zu sehen – der Belag wurde auf der Länge von rund 280 Metern entfernt. Das ist der Abschnitt zwischen Rathaus und Vorderer Buch, der gründlich saniert wird.

Auf halber Strecke wurde in den vergangenen Wochen das Bodenmaterial, Steine und Lehm, bis in 60 Zentimeter Tiefe ausgehoben und durch neues ausgetauscht, erklärt Baustellen-Chef Alexander Maier. Das neue Schotter-Material kann deutlich mehr als das alte: Es lässt zwar Wasser durch, nimmt aber keines von unten auf, sagt der Fachmann. Dadurch lassen sich Frostschäden vermeiden.

Dass die Straße aufgerissen wurde, hat man gleich auch für die Verlegung von Leerrohren auf beiden Seiten genutzt. Zum einen sollen die Stromkabel künftig nicht mehr als Freileitungen, sondern unter der Erde verlaufen, sodass keine Schäden durch Unwetter entstehen. Zum anderen werden Rohre für Glasfaserkabel verlegt, vorbereitend auf schnelles Internet für die Anwohner.

Beim Ausheben des Bodens ist der Bagger auf so manche Besonderheit gestoßen, erzählt Maier. So kam eine Art Brunnen zutage, aus dem laut Ortsvorsteher Hermann Eberhardt seinerzeit die Feuerwehr Wasser zum Löschen holte. Ein Schild mit der Aufschrift „Saugstelle“ an der betreffenden Straßenstelle weist zwar auf das Objekt hin, aber dessen genaue Größe habe man nicht gekannt, sagt Maier. Den Hohlraum habe man mit Schotter gefüllt, dasselbe gilt für eine alte Güllegrube, die vor Jahrzehnten ein Viehhalter nutzte.

Auch das „Gässle“, das die Winterreute- mit der Oberdorfstraße verbindet, wurde bereits in Angriff genommen, und die Straßenabläufe – also Gullys – sind gesetzt. Nun steht noch der Ausbau der zweiten Hälfte der historischen Straße an, die sechs Meter breit sein wird. In zwei Wochen soll dann bereits gepflastert werden, schätzt Maier.

Randeinfassungen aus Granit grenzen die Straße optisch ab, und auf einer Seite wird ein 1,50 Meter breiter Gehweg. Straßenlaternen werden die spärliche Beleuchtung durch die Lampe, die bisher über der Straße hängt, ersetzen. Damit die Straße nicht mehr wie ein Schlauch verläuft, auf dem Autos oft zu schnell fahren, wird sie durch vier Baumquartiere verengt, führt Maier aus. Wenn weiterhin das Wetter mitspiele, sei es realistisch, die Bauarbeiten bis September abzuschließen.

Idyllischen Charakter erhalten

Die insgesamt rund 700 000 Euro teure Baumaßnahme, die das Land im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum mit 265 000 Euro bezuschusst, umfasst auch den hinteren Bereich der Winterreutestraße. Zwischen Vorderer Buch und Schlehenweg wird die Straße allerdings nur ausgebessert. Da dieser Abschnitt nicht mehr zur historischen Straße zählt, für deren Ausbau keine Erschließungskosten fällig würden, hätte eine aufwendige Sanierung die Anwohner eine Menge Geld gekostet, erklärt Eberhardt. Zumal dort nur sechs Häuser stehen und die hohen Kosten damit auf wenige Haushalte umgelegt worden wären.

Die Fortschritte beim langersehnten Ausbau der Straße freut den Ortsvorsteher, der selbst dort wohnt. Der Baulärm halte sich in Grenzen, berichtet Eberhardt, und auch die Umleitung des Verkehrs mache den Anwohnern keine Probleme. Für so manchen Nachbarn sei es allerdings noch gewöhnungsbedürftig, dass direkt vor der Haustür gebaggert und gerüttelt wird, erzählt Eberhardt.

Der Ortsvorsteher hat auch die Bereiche im Blick, die nicht zur Straße gehören, sondern diese säumen. Es wäre praktisch, wenn die an den Grundstücken angrenzenden Flächen von den Eigentümern aufgekauft würden, sagt Eberhardt. Dann sei klar, wer sich um die Pflege und Bepflanzung kümmert. Nachdem den Bauarbeiten fünf Bäume zum Opfer fielen, sollen nämlich neue nachgepflanzt werden – um den idyllischen Charakter der Winterreutestraße aufrecht zu erhalten.

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