Auch Holz braucht Schutz

Regen, Schnee und Sonne setzen Holz zu - ein Gartenzaun aus Holz verliert nach und nach an Masse. Foto: Soeren Stache/dpa
Regen, Schnee und Sonne setzen Holz zu - ein Gartenzaun aus Holz verliert nach und nach an Masse. Foto: Soeren Stache/dpa
STEPHANIE HOENIG 13.07.2013
Holz ist totes Pflanzenmaterial - es verwittert und fault. Soll eine Terrasse, ein Zaun oder eine Pergola damit gebaut werden, braucht Holz Schutz. Oder man verwendet besonders widerstandsfähige Arten.

Holz ist im Freien Sonne, Kälte, Stürmen und Regen ausgesetzt. Insekten lassen sich nagend gern darauf nieder und auch für Pilze ist es der ideale Nährboden. Das setzt dem Holz zu - und die Latten der Terrasse, der Pergola und Laube sehen bald nicht mehr präsentabel aus.

Aber es gibt Baumarten, deren Material widerstandsfähiger ist als anderes. "Deshalb sollte grundsätzlich bei der Wahl der Holzart darauf geachtet werden, wie lange das Bauteil halten soll", rät Josef Plößl vom Gesamtverband Deutscher Holzhandel in Berlin. Wer beispielsweise einen Sandkasten bauen will, wählt am besten unbehandelte Tanne oder Fichte. "Kinder wachsen schneller aus dem Sandkistenalter heraus, als die Kiste verrottet", sagt der Holzexperte.

Besonders widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse sind laut Bremer Umweltberatung die Holzarten Robinie und Eiche. Douglasien und das Kernholz von Kiefer und Lärche haben eine mittlere Resistenz. Bei Fichte und Tanne ist die natürliche Widerstandfähigkeit gegen holzzerstörende Pilze eher gering.

Massives Holz im Außenbereich braucht eigentlich keine aufwendigen chemischen Behandlungen - das Wetter leistet laut Bremer Umweltberatung ganze Arbeit. Unbehandeltes Holz wird im Freien mit der Zeit silbergrau. Dieser Schleier wirke wie eine Schutzschicht, die wegen des ungepflegten Eindrucks allerdings nicht jedem gefällt.

Grundsätzlich geschützt ist aber nur trockenes Holz. Denn Pilze und Insekten brauchen eine gewisse Feuchtigkeit, um im Holz überleben zu können, erläutern die Umweltexperten. "Ist das Holz verbaut, darf Regenwasser auf keinen Fall darauf stehen bleiben", sagt Plößl.

Auch der direkte Kontakt zum feuchten Erdreich schädigt Holz. Bei aufwendigen Konstruktionen wie Vordächern oder Car-Ports mit Holzstützen seien Metallfüße in Betonfundamenten daher gut. Länger lebt der Umweltberatung zufolge dickes Holzes - je größer der Durchmesser eines Zaunpfostens ist, desto länger halte er.

Wer die Oberfläche von Gartenhölzern behandeln möchte, hat mehrere Möglichkeiten: "Wenn die Holzmaserung noch zu sehen sein soll, eignen sich Lasuren, die nicht so stark decken wie Lacke", sagt Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Institutes in Schwalbach.

Soll das Holz von Türen und Fensterrahmen nicht arbeiten und so seine Maße verändern, muss es alle zwei Jahre gestrichen werden. Hier rät Küper zu einer umweltfreundlichen Dickschicht-Lasur. Bauteile, die sich etwas verziehen dürfen, sollten sogar jedes Jahr eine hochwertige Dünnschicht-Lasur erhalten.

Die in der Lasur enthaltenen Farbpigmente schützen auch vor UV-Strahlen. Beim Kauf dieser Produkte ist das Umweltsiegel "Blauer Engel" eine gute Orientierung für den Verbraucher. Das Siegel wird nur an wasserbasierte Holzlasuren ohne Biozide vergeben. Wer sich etwas Arbeit sparen will, dem empfiehlt der Farbexperte Lack. Dieser halte vier bis fünf Jahre.

Die Industrie hat aber auch Methoden, umweltschonend Holz haltbarer zu machen: Heimische Laub- oder Nadelhölzer können in einem speziellen Verfahren mit Öl oder Wasserdampf bei hohen Temperaturen von um die 200 Grad behandelt werden. Das Thermoholz halte dem Angriff von Pilzen und Insekten Stand und eigne sich daher etwa für Holzterrassen, erklärt Peter Himmelhuber, Gärtner und Fachbuchautor aus Regensburg.

Eine leicht zu pflegende Alternative seien auch Dielen aus Wood-Plastic Composites (WPC), findet Plößl. Das Material ist ein Biowerkstoff aus Holzmehl und Kunststoff.

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