Konzert Atemberaubende Klänge zum Abschluss der "Guten Taten"

Göppingen / ANNEROSE FISCHER-BUCHER 09.03.2015
Fulminantes Abschlusskonzert mit dem Kammerchor „Capella Nova“ und der Marimba-Virtuosin Katarzyna Mycka: Leiter Gerald Buß servierte am Sonntag in der Göppinger Oberhofenkirche musikalischen Hochgenuss.

Stefan Blessing, Präsident des Rotary Clubs Göppingen-Stauferland, der das Benefizkonzert zugunsten der NWZ-Aktion „Gute Taten“ veranstaltete, bedankte sich bei den vielen Zuhörern und den Mitwirkenden, die am Ende alle eine Rose überreicht bekamen. Und NWZ-Redaktionsleiter Helge Thiele betonte, Redaktion und Verlag seien beeindruckt gewesen von der Welle der Hilfsbereitschaft, die auch die 41. Auflage der Aktion „Guten Taten“ zu einem großen Erfolg gemacht habe. Das fulminante Abschlusskonzert in der Göppinger Oberhofenkirche setzte noch eins drauf, indem ihr Leiter Gerald Buß ein abwechslungsreiches, interessantes, ja spannendes Programm mit Werken des Frühbarock von Heinrich Schütz und Johann Hermann Schein als auch der Moderne für seinen Chor „Capella Nova“ zusammengestellt hatte.

Dazu hatte Buß die Ausnahmekünstlerin Katarzyna Mycka gewinnen können, die zusammen mit dem Chor als auch solistisch auf dem Marimbaphon eine Bearbeitung der Cello Suite Nr. 2 von Johann Sebastian Bach und Originalwerke der Moderne von Jürgen Blume, Christos Hatzis und Marcus Nicolay Paus spielte. Bei Bach arbeitete die Ausnahmekünstlerin nicht nur die Strukturen des Stücks heraus, man hörte die Cellosuite in einem ganz anderen Klangkleid.

Aberwitzige Läufe mit vier Schlägeln in atemberaubendem Tempo – Mycka hatte ursprünglich Klavier und Schlagzeug studiert, bevor sie zur Marimba wechselte – machten neue Schichten des Stückes hörbar, was im großen Raum der Kirche besonders deutlich wurde und zuweilen an Orgelklänge erinnerte. Mit verschiedenen Registern und dynamisch höchst differenziert kamen dabei auch die eher besinnlichen und meditativen Seiten der Suite zum Tragen.

Das ungewöhnliche Stück „In the Fire of Conflict“, 2008 vom kanadischen Komponisten Christos Hatzis geschaffen, das in einer Version für Marimba und Tonband dargeboten wurde, machte die Inhalte des zugrundeliegenden Gedichts hörbar. Es ging um eine musikalische Reaktion mit tibetischen Klangschalen und Marimbaphon auf Gewaltausbrüche und man konnte asiatische Klänge, Klangteppiche, Atonales, Jazzelemente, Rappereinlagen, Vogelstimmen und Geräusche den Inhalten des Textes zuordnen.

Das Publikum hielt sich nicht die Ohren zu, wie es Mycka in ihrer kurzen Einführung fast ein wenig verlegen erlaubt hatte, sondern klatschte am Ende des Stückes kräftig Beifall.

Der Kammerchor sang Motetten von Schütz und Schein, die zwischen die modernen Stücke geschaltet waren, sicher, klangschön, engagiert und mit deutlicher Artikulation, während Buß unaufgeregt, klar, umsichtig und präsent unterstützend dirigierte. Dieter Lässle am Kontrabass und Jürgen Rothfuß an den Tasten gaben als Continuo ein sicheres Gerüst.

Das letzte gemeinsame Stück von Chor und Marimba „Magnum Mysterium“ von Marcus Paus stellte durch seine atonalen Clusterteile und Dissonanzen hohe Anforderungen an den Chor. Als Zugabe sang der Chor, verteilt im Raum der Kirche, eine Bearbeitung des Liedes „Der Mond ist aufgegangen“, wofür sich die Zuhörer mit herzlichem Beifall bedankten.

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