Boxen Arslan vor der Wahl zwischen zwei WM-Kämpfen

Ein Rückkampf steht im Raum: Firat Arslan (l.) könnte in Stuttgart auf Yoan Pablo Hernandez treffen.
Ein Rückkampf steht im Raum: Firat Arslan (l.) könnte in Stuttgart auf Yoan Pablo Hernandez treffen. © Foto: Marianne Müller
Donzdorf / HARALD BETZ 11.11.2014
Firat Arslan steht vor der Wahl: Der 44-jährige Boxprofi aus Donzdorf könnte sowohl gegen WBA-Weltmeister Denis Lebedev als auch gegen IBF-Champion Yoan Pablo Hernandez antreten.

Gleich bei zwei Verbänden aus der Welt des Profiboxens steht Cruisergewichtler Firat Arslan aktuell hoch im Kurs - dementsprechend gingen bei dem 44-jährigen Donzdorfer Anfragen von zwei Box-Weltmeistern beziehungsweise deren Promotern ein. Zum einen visiert der Berliner Sauerland-Boxstall einen Rückkampf von Arslan mit dem amtierenden IBF-Weltmeister Yoan Pablo Hernandez an, dem der Donzdorfer Mitte August in Erfurt viel diskutiert mit 1:2 Richterstimmen nach zwölf Runden unterlegen war.

Aber auch nach Moskau hat Arslan derzeit Kontakt. Schließlich wäre auch ein Duell mit dem aktuellen Weltmeister des Verbandes WBA, Denis Lebedev, denkbar und sollte sogar schon in diesem Monat über die Bühne gehen. Doch Arslan bremste die Verhandlungen. "Der Kampf sollte schon im November stattfinden, aber fünf bis sechs Wochen Vorbereitung sind für einen solchen WM-Kampf zu wenig. Ich will eine faire Zeit der Vorbereitung", so Arslan. Von November 2007 bis September 2008 trug der Donzdorfer selbst den Gürtel als Champion der World Boxing Association (WBA). Er hatte Virgil Hill in Dresden nach Punkten besiegt, den Titel in Stuttgart gegen Darnell Wilson über zwölf Runden verteidigt und hatte dann in Hamburg gegen Guillermo Jones in der zehnten Runde verloren. Sowohl bei der Lebedev-Anfrage wie bei den vom Sauerland-Stall angekündigten Verhandlungen für einen Hernandez-Rückkampf will sich Firat Arslan vor einer Entscheidung intensiv mit seinen Beratern kurzschließen.

Zudem muss IBF-Weltmeister Hernandez davor erst eine Pflichtverteidigung gegen den in den USA lebenden Briten Ola Afolabi bestreiten. Der Kampf ist für 6. Dezember in Oldenburg terminiert. "Hernandez muss an diesem Abend Weltmeister bleiben, denn ich will den Titel und weiß, dass ich schon den ersten Kampf gewonnen habe", hält Arslan fest, den nach einem starken Kampf das Urteil der Richter weit härter traf als die Schläge des Deutsch-Kubaners Hernandez, der wie Arslan bei Sauerland unter Vertrag ist. Veranstalter Wilfried Sauerland hatte gleich im Anschluss ans erste Duell ein Rematch in Aussicht gestellt, Arslan erklärte gestern: "Ich bin bereit dafür, wenn die Bedingungen stimmen. Allerdings stehen nach der ersten Anfrage derzeit keine weiteren Gespräche an."

Der Sauerland-Boxstall hat dagegen für den Rückkampf bereits das Frühjahr 2015 und Stuttgart als Austragungsort ins Gespräch gebracht - es wäre ein Heimspiel für Arslan.

44 Jahre, 44 Profikämpfe

Erfahrung Vor 27 Jahren begann die Profikarriere von Firat Arslan, mit 44 Jahren kann der Donzdorfer Modellathlet heute auf 44 Kämpfe zurückblicken, von denen er 34 gewonnen hat (21 durch K.o.). Neben zwei Unentschieden verließ Arslan acht Mal als Verlierer den Ring, zuletzt gegen die Weltmeister Yoan Pablo Hernandez und Marco Huck nach teils umstrittenen und knappen Urteilen.

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