Rektorenwahl an der Uni Stuttgart Amtsinhaber sticht Gegenkandidaten aus

Setzte sich im ersten Wahlgang durch: Wolfgang Ressel.
Setzte sich im ersten Wahlgang durch: Wolfgang Ressel. © Foto: Uwe Roth
Stuttgart / Uwe Roth 01.06.2018

Wolfram Ressel bleibt Rektor der Universität Stuttgart. Weil es am Mittwoch bei der Wahl zu seiner dritten Amtszeit erstmals einen Gegenkandidaten gegeben hatte, waren Beobachter davon ausgegangen, dass es für den 57-Jährigen unter Umständen eng werden könnte. Doch das Gegenteil war der Fall: Acht der elf Vertreter des Universitätsrats stimmten für Peschel. Prozentual mehr Gegenstimmen kamen bei den 24 Senatsmitgliedern zusammen. Unter ihnen sprachen sich elf für den Herausforderer Michael Resch aus.

Der Informatikprofessor Resch, Jahrgang 1964, ist seit 2003 Leiter des Höchstleistungsrechenzentrums und des Forschungscampus’ Stuttgart-Vaihingen. Außerdem ist er seit vier Jahren Dekan der Fakultät Energie-, Verfahrens- und Biotechnik. Der gebürtige Österreicher ist seit 2001 an der Uni Stuttgart mit ihren knapp 30 000 Studierenden. Seine Kandidatur hatte Resch unter anderem damit begründet, dass es der Führungsspitze an Transparenz und Kommunikation mangele. Außerdem wolle er die Uni internationaler machen.

Da nicht klar war, wie stark die Kritik von den 46 Wahlberechtigten geteilt wird, war man von mehreren Wahlgängen ausgegangen. Aber das Ergebnis der ersten Auszählung war so eindeutig, dass die gesamte Prozedur in weniger als einer Stunde vorbei war. Insbesondere die Mitglieder des Universitätsrats stellten sich mit ihrem deutlichen Votum für Ressel schützend vor die Behauptung seines Herausforderers. Dieses Gremium ist eine Art Aufsichtsrat, in dem nicht allein Universitätsangehörige sitzen. Die sechs externen Mitglieder vertreten die Unternehmen Porsche, Daimler, Metro und ENBW, die Bundeswehruniversität München und das Stuttgarter Max-Planck-Institut für Festkörperforschung.

Auf der Habenseite von Ressels bisherigen Amtszeit sieht er den Anstieg der akquirierten Fördermittel, die heute nahezu die Hälfte des Gesamtvolumens von über einer halben Milliarde Euro stellten. Seine dritte Amtszeit beginnt am 1. Oktober und dauert erneut sechs Jahre. Nach seiner Wiederwahl sagte Ressel, die Universität Stuttgart befinde sich „bereits heute in einem guten Gesamtzustand“. Um von einem „Gut“ zu einem „Sehr gut“ zu kommen, müssten aber die Strukturen flexibler gestaltet werden. Zudem brauche die Universtität wegen gestiegener Studierendenzahlen dringend einige neue Gebäude.

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