Am entscheidenden Tag in Hochform Segelflieger Helmut Kölle Hahnweide-Sieger

Helmut Kölle freut sich über internationalen Erfolg.
Helmut Kölle freut sich über internationalen Erfolg.
JK 11.06.2014
Helmut Kölle von der Fliegergruppe Geislingen hat beim 48. internationalen Hahnweide-Segelflugwettbewerb die Standardklasse gewonnen.

Nach einer Woche und drei spannenden Wertungstagen unter äußerst schwierigen Bedingungen nahm der Geislinger Segelflieger Helmut Kölle den großen Pott mit nach Hause.

Mit Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 71 und 104 Stundenkilometern setzte sich Kölle in der Standardklasse vor seinen beiden Nationalmannschaftskollegen Jan Omsels (LSC Homburg) und Joachim Hörsch (FSV Laichingen) durch. Die ganze Woche war geprägt von einer Trogwetterlage, mit feuchter Luft in einem Höhenband von 2000 bis 3000 Metern. Dadurch wurde gute Thermik unterdrückt. Obwohl Wettbewerbsleiter Marc Puskeiler das 125 Maschinen starke Feld tagelang auf dem Flugplatz startbereit aufstellen ließ, kamen eben doch nur die drei Wertungstage heraus.

Entscheidend war der zweite Tag des Wettbewerbs. Die Wettervorhersage ging von gutem Flugwetter aus, für die Standardklasse wurde eine Strecke von 376 Kilometern ausgeschrieben. Nach dem Start waren die Bedingungen nicht so gut wie prognostiziert. Nur die Hälfte des Feldes erreichte nach Vollendung der Aufgabe wieder die Hahnweide. Alle anderen mussten unterwegs "zu den Kühen", wie die Segelflieger eine Außenlandung nennen.

An diesem entscheidenden Tag feierte Kölle den Tagessieg. "Es war schon schwierig, den 190-Kilometer-Schenkel gegen 30 km/h Gegenwind zu fliegen, ohne in Schwierigkeiten zu geraten", sagt er. Offensichtlich hat er eine gute Spur über die Schwäbische Alb bis zur Wende Harburg gefunden. Den Vorsprung, den er herausgeflogen hatte, holten die Verfolger am letzten Wertungstag nicht mehr auf. Kölle belegte da nur Tagesplatz fünf, aber die Punkteabstände waren zu gering, um seinen Gesamtsieg noch zu gefährden.

Den Hahnweide-Wettbewerb flogen Segelflieger aus zwölf Nationen. Allein 20 Mitglieder von Nationalmannschaften nahmen teil. Das beeindruckende Feld von 125 Flugzeugen wird von 14 Schlepppiloten in die Luft gebracht. Das dauert in der Regel nicht länger als 70 Minuten. Je nach Aufgabenlänge und Wetterlage dauert es zwischen zwei und sieben Stunden, bis die ersten wieder zum Startflugplatz zurückkehren. Auch die Landungen sind ein Zuschauermagnet. Ästhetisch ziehen die Segler mit bis zu 30 Meter Spannweiten und Geschwindigkeiten bis 270 km/h über die Ziellinie am Dettinger Buckel, um Sekunden später zur Landung anzusetzen. Für Kölle war der Hahnweide-Wettbewerb offizieller Teil der Vorbereitung zur Segelflug-Europameisterschaft 2015 in Rieti.

Auch in der 15-Meter-Klasse überzeugten Piloten der Fliegergruppe Geislingen. Philipp und Michael Schulz, die sich jeden Tag mit dem Fliegen abwechselten, hielten sich konstant auf Platz elf. Philipp fliegt im Sommer noch bei der deutschen Juniorenmeisterschaft in Zwickau. Der Hahnweide-Wettbewerb bot ihm die einmalige Chance, sich auf internationaler Ebene mit den Spitzenpiloten zu vergleichen. Um einige Erfahrungen reifer, kann er sich nun voll und ganz dem Training für Zwickau widmen.

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