Gute Taten Abschlusskonzert der "Guten Taten" mit "Joyful Voices"

Göppingen / LILLI WLL 20.03.2016
Herausragend war das Konzert von „Joyful Voices“ mit Projektsängern und Band unter Leitung von Gerald Buß. Der Abend setzte einen eindrucksvollen Schlusspunkt unter die 42. NWZ-Aktion „Gute Taten“.
Stimmungsvoll war schon der Beginn: Die Akteure zogen in der ausverkauften Oberhofenkirche durch das von Kerzen erleuchtete Mittelschiff ein. Der Präsident des Rotary Clubs Göppingen-Stauferland, Alexander Gaugler, begrüßte die Gäste zu diesem schon Tradition gewordenen Benefizkonzert unter der Schirmherrschaft der Rotarier.

Ein solches Konzerterlebnis braucht viele Sängerinnen und Sänger – insgesamt waren es 88 –, es braucht eine Band, die mit Herzblut die Musikstücke begleitet und es werden viele helfende Hände im Hintergrund benötigt. Aber in erster Linie ist ein Macher notwendig, der anspornt, motiviert und überzeugend den Takt vorgibt. So einer ist Kirchenmusikdirektor Gerald Buß, der seine Sänger und Bandmitglieder in einzigartiger Weise immer wieder befeuert und mitreißt, sodass der Funke auch auf ein so zahlreiches Publikum überspringen kann.

Da braucht es weniger die großen Gesten, da reicht ein Kopfnicken, eine ermutigende Handbewegung und natürlich auch eine präzise und ernsthafte Probenarbeit, damit so ein Konzert erfolgreich auf die Bühne gebracht werden kann.

Der große Chor folgte wirkungsvoll dem Dirigenten, setzte musikalische Akzente im Fortissimo, konnte aber auch in den lyrisch bedächtigen Passagen überzeugen. Die zumeist neueren Gospels gerieten so zu einem Erlebnis und lösten einige Male Gänsehautfeeling und atemloses Erstaunen beim Publikum aus, wie in „Good Company“ oder in „My God is Good“. Das war Gospelinterpretation vom Feinsten.

Ergänzt und unterstützt wurde der Chor durch die überaus professionell agierende Band. Ulrich Ludmann am Piano, Andreas Zanker an der Gitarre, Gabriel Pscheidt am Bass und Dominik Pscheidt an den Drums waren gut aufeinander eingespielt, auch mit dem Chor zusammen entstand eine musikalische Fusion, der man anhörte, dass das lange und immer wieder erprobt war.

Auch solistisch boten einzelne Musiker Beweise ihres Könnens und ließen so Stücke wie „Dwell in Your House“ oder „My Promise“ zu Höhepunkten des Abends werden. Nicht nur die Passagen am Piano gerieten so, es waren auch die rhythmisch kraftvollen Gospels wie „You Rock My World“, die das Publikum kräftig mitklatschen ließ.

Ein so großes Publikum zum Mittun zu animieren, ist ein schönes Stück Arbeit. Dank des großen Einsatzes der Sängern und des Dirigenten hatten von Gospel zu Gospel immer mehr Besucher Spaß am Mitmachen. Zur Stimmung trug auch die Ausleuchtung des Chorraums in immer wieder neuen kräftigen Farben bei, von einem tiefen Rot über distanziertes Blau und Grün bis zu warmem Lila.

Als weitere Farbtupfer erschienen die Vorträge der Solisten Argiri Dilma, Sopran, und Josef Pscheidt, Bariton. Argiri Dilma präsentierte sich in Bestform. Sie zeigte ein beeindruckendes Stimmvolumen, von „Röhre“ bis zu ganz weicher, lyrischer Darstellung, sich bis zum Pianissimo zurücknehmend, ohne an Klang einzubüßen, dann wieder den Spannungsbogen in höhere Ebenen führend, gelang ihr ein sehr weites Spektrum der vielen Gospels, die sie mit ihrem Gesang solistisch ergänzte. Besonders filigran setzte sie das Motto des Abends „You Make me Sing“ in Szene und begeisterte so von Anfang an das Publikum.

Josef Pscheidt gab seinen Einsätzen ein kontrastreiches Flair, anfangs sich noch etwas in den Raum tastend, dann aber immer voller und intensiver im Sound. Er sang zum einen die Variante der emotional geprägten Begleitung, dann wieder liefen seine Einsprengsel solistisch neben den Chorlinien.

Die Auswahl der Gospels war eher im verhaltenen, leiseren Bereich angesiedelt, sicher auch passend zur Zeit so kurz vor Ostern, wenn auch der Chor im Zusammenspiel mit den Solisten die rasanten, kraftvollen und rhythmischen Varianten immer wieder zu einzelnen Höhepunkten gestaltete.

Alles in allem gelang ein ausdrucksstarkes, stimmungsvolles Konzert, das an keiner Stelle ins Pathetische abrutschte. Es blieb durchgängig beim geradlinigen und ausgewogenen Duktus, an vielen Stellen mit Lust zum Mittun.

Die klaren, gesprochenen Texte dazwischen lenkten den Besucher auf die Inhalte und trugen zur Verständlichkeit der gesungenen englischen Texte bei. Der Beifall fiel herzlich und lang anhaltend aus.

Rotarier-Präsident Alexander Gaugler und Gerald Buß überreichten NWZ-Redaktionsleiter Helge Thiele einen Spendenscheck über 3000 Euro für die „Guten Taten“. Gemeinsam mit Jürgen Rothfuß richteten Buß und Thiele zum Schluss schon den Blick auf das Auftaktkonzert zur 43. Aktion „Gute Taten“ am 6. November. Dieses wird viele regionale Chöre zu einem außergewöhnlichen Ereignis in der Göppinger EWS-Arena vereinigen. Die NWZ wird in Kürze über den Start des Vorverkaufs informieren.

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