London Abouelkassem - ein Ägypter schreibt Fecht-Geschichte

Alaaeldin Abouelkassem ist in der olympischen Geschichte der erste Medaillengewinner seines Kontinents im Fechten. Foto: Jonathan Brady
Alaaeldin Abouelkassem ist in der olympischen Geschichte der erste Medaillengewinner seines Kontinents im Fechten. Foto: Jonathan Brady
London / dpa 01.08.2012
Nur zwei Treffer fehlten Alaaeldin Abouelkassem zur Vollendung. 13:11 führte der Ägypter im Olympia-Finale des Herrenfloretts, als es darum ging, Benjamin Kleibrinks Nachfolger zu finden.

Es wurde nicht der 21-jährige Abouelkassem, es wurde erstmals ein Chinese namens Sheng Lei. Doch auch der Unterlegene, der kein Verlierer war, schuf Historisches. Linkshänder Abouelkassem ist in der olympischen Geschichte der erste Medaillengewinner seines Kontinents im Fechten. "Das macht mich stolz. Ich begreife nicht, was ich da vollbracht habe", sagte der überaus athletisch und aggressiv zu Werke gehende Ägypter, der Silber seinem in diesem Jahr gestorbenen Vater widmete. "Er hat von dieser Medaille geträumt."

Spätestens nach dem Gewinn der Junioren-WM 2010 in Baku war klar: Das ist kein "Exot", sondern ein Fecht-Juwel. 2011 wurde er WM-Fünfter. Der in London von ihm bezwungene viermalige Weltmeister Peter Joppich sagt: "Der ist einfach unangenehm zu fechten." Das merkte auch Italiens Welt-Champion Andrea Cassara, den der Ägypter im Viertelfinale von der Planche schickte. "Harte Arbeit und hartes Training" - mehr braucht es nicht, meint Abouelkassem, um erfolgreich zu sein. Und: "An sich selbst zu glauben."

Themen in diesem Artikel