Abenteuer Argentinien

FELIX STEIGER 16.02.2013
Mit Rang sieben kehrte Patrick Puskeiler von der Segelflug-Weltmeisterschaft aus Argentinien zurück. Vor allem die Reise nach Südamerika entpuppte sich für den 25-jährigen Jebenhäuser als Abenteuer.

Platz sieben hieß es am Ende für Patrick Puskeiler bei der Segelflug-Weltmeisterschaft der Standardklasse im argentinischen Adolfo Gonzales Chaves. Mit dem Ziel, unter den besten Fünf zu landen, war der 25-jährige Jebenhäuser zwar nach Südamerika gereist, am Ende fiel sein Fazit dennoch positiv aus. "Mit dem siebten Platz kann ich zufrieden sein", kommentiert er sein Abschneiden. Vor dem letzten Wettkampftag lag er als Vierter noch in Podestnähe, "eigene Flugfehler haben mich am letzten Tag noch zurückgeworfen".

Bevor sich der Pilot der Kirchheimer Fliegergruppe Wolf Hirth mit den weltbesten Segelfliegern messen durfte, entpuppte sich die Überfahrt nach Südamerika als Abenteuer. "Aufgrund der immens teuren direkten Reise nach Argentinien habe ich mein Flugzeug separat verschifft", so Puskeiler. Durch private Kontakte ließ er sein Discus-2A-Segelflugzeug mit dem Schiff nach Chile bringen und reiste selbst per Flugzeug nach. "Ich hatte schon mal einen Wettkampf in Chile, dabei entstand der Kontakt", erklärt Puskeiler.

Seine Mannschaftskollegen reisten direkt nach Argentinien. "Ihnen war meine Variante zu unsicher", so Puskeiler. Bis zu 17 000 Euro koste eine direkte Überfahrt mit dem Segelflieger im Container. Der deutsche Aero-Club und die deutsche Sporthilfe zahle zwar den Großteil, eigene Kosten sind jedoch nicht zu vermeiden. "Ich hätte an der Weltmeisterschaft sonst nicht teilnehmen können", erklärt der Wirtschaftsingenieur-Student.

Eigentlich wollte der Jebenhäuser von Chile über die Anden direkt nach Argentinien fliegen, aber: "Dies hat nicht geklappt, weil ich keine Genehmigung erhalten habe." Mit geliehenem Auto und Anhänger machte er sich deshalb von Chile über die Anden hinweg ins 1600 Kilometer entfernte Adolfo Gonzales Chaves auf den Weg. "Ich bin einfach mal auf gut Glück losgefahren. Selbst die Chilenen wussten nicht, wie es um die Zoll-Bestimmungen in Argentinien steht", verrät Puskeiler. An der Grenze habe man sich gewundert, als man ihn mit Anhänger und Flugzeug gesehen habe, "nach einer Stunde haben sie mich dann aber über die Grenze gelassen".

Dort angekommen, reichte es am Ende zwar nur zu Rang sieben, für die Zukunft nimmt sich der ambitionierte Segelflieger, der in Ansbach studiert, nach seiner ersten Weltmeisterschaft bei den Senioren jedoch einiges vor. "Ich will nochmal an einer WM teilnehmen und wenn möglich, auch gern mal Weltmeister werden", hofft er.

Mit der Segelflug-WM in Argentinien hat er sich "mit viel Glück" sogar für den Grand-Prix im Jahr 2014 in Südfrankreich qualifiziert. Dies ist ein prestigeträchtiger Wettbewerb, bei dem alle Piloten gleichzeitig losfliegen und jener gewinnt, der als Erster die Ziellinie überquert, was das Publikum begeistere.