Bilanz „Wir wollen weiter im Ort bleiben“

Bühlertal / Gottfried Mahling 02.06.2018
Die Raiffeisenbank Bühlertal erwirtschaft 2017 ein halbe Million Euro Gewinn. In Bühlertann will sie weiter mit einer Filiale vertreten sein – auch falls das Domizil in der Hauptstraße 4 abgerissen wird.

Kompetent und nah. Immer für Sie griffbereit“. Mit diesen Slogans wirbt die Raiffeisenbank Bühlertal um Mitglieder und Kunden. Ob sie ihre Versprechen in Bühlertann künftig noch einlösen wird, darüber wurde im Ort in den letzten Monaten reichlich spekuliert. Die Gemeinde möchte die 1981 errichtete Filiale in der Hauptstraße der Raiffeisenbank abkaufen – um sie abzureißen und an deren Stelle eine große Bushaltestelle zu bauen.

Die Befürchtung, dass sich die Bank nach dem Abriss ganz aus  Bühlertann zurückziehen könnte, entkräftete Jürgen Keil am vergangenen Dienstag bei der Generalversammlung in der Bühlertalhalle. „Der Standort Bühlertann ist sicher. Wir wollen weiter vor Ort bleiben“, betonte der Vorstand der Bank in seiner Rede. Später auf Nachfrage unserer Zeitung sprach Keil von mehreren Optionen, die seine Bank derzeit prüfe. Eine sei, ins Erdgeschoss des Ärztehauses umzuziehen, das im kommenden Jahr in direkter Nachbarschaft gebaut werden soll. Auch der Verbleib am alten Standort ist wohl noch möglich. „Noch haben wir das Haus nicht verkauft“, so Keil.

Entscheidung im Juni möglich

Eine Entscheidung könnte Ende Juni bei einem gemeinsamen Treffen aller beteiligten Akteure fallen, sagte Bürgermeister Michael Dambacher.  Das Ärztehaus sei zwar ursprünglich als reines medizinisches Versorgungszentrum geplant gewesen. Aber wenn die Raiffeisenbank wolle, könne sie Räume im Erdgeschoss gern nutzen.

Die Raiffeisenbank Bühlertal hat neben der in Bühlertann noch drei weitere Filialen: in Vellberg, Großaltdorf und Bühlerzell.  Rund 40 Mitarbeiter sind für die derzeit circa 8600 Kunden und 4449 Mitglieder zuständig.

„Das Jahr 2017 war für unser Haus wiederum ein sehr erfolgreiches Jahr und reiht sich damit in eine Folge von Jahren ein, in denen wir ein deutlich überdurchschnittliches Ergebnis und ein deutlich überdurchschnittliches Wachstum erzielen konnten.“, heißt es in der Einleitung des Geschäftsberichts. Unter dem Strich steht ein Jahresüberschuss von 510 314 Euro. Rund ein Drittel der Summe kommt direkt den Mitgliedern zugute: 147 172 Euro schüttet die Bank als Dividende aus. Der Rest wandert in die gesetzliche Rücklage und andere Ergebnisrücklagen.

Die Raiffeisenbank Bühlertal wächst nicht übermäßig schnell, dafür gesund und kontinuierlich, zeigte Jürgen Keil den rund 200 Besuchern der Generalversammlung in seiner Powerpoint-Präsentation auf. 122,6 Millionen Euro betrug 2017 das Kundenkreditvolumen (2016: 115,9 Millionen). Die Kundeneinlagen wuchsen von 138,1 (2016) auf 148,6 Millionen Euro und die Bilanzsumme von 184,5 auf 194,6 Millionen Euro. Das Eigenkapital der Bank stieg von 19,8 auf 20,7 Millionen Euro und der Zinsüberschuss von 4,288 auf 4,366 Millionen Euro. Lediglich beim Warengeschäft ging der Rohertrag im Vergleich zum Vorjahr von 140,7 auf 129,3 Millionen Euro zurück.

„Wir wollen weiter wachsen“, sagte Jürgen Keil. Ein Ziel, das angesichts Niedrigzinsphase und zunehmender Regulatorik ein ehrgeiziges, hochgestecktes sei. Keil prognostizierte für die nächsten fünf Jahre einen Rückgang der Zinsspanne von aktuell knapp 2,2 Prozent auf rund 1,7 Prozent. Der Zinsspannen-Durchschnitt aller Genossenschaftsbanken Baden-Württembergs liege derzeit bei etwa 1,82 Prozent – was zeigt, dass die Raiffeisenbank Bühlertal überdurchschnittlich profitabel arbeitet.

Als wichtige Aufgaben 2018 nannte Keil unter anderem die Stärkung der Geschäftsstellen und eine verbesserte telefonische Erreichbarkeit. Bei der anschließenden Fragerunde mahnte dies auch eine Bankkundin an. „Die älteren Leute brauchen weiter Hilfe beim Ausfüllen von Überweisungsträgern. Deshalb darf in den Filialen kein Personal abgebaut werden.“ Hermann Högel, neben Keil der zweite Vorstand, antwortete: „Unser Anspruch ist, weiter vor Ort zu bleiben. Wir werden die Dienstleistungen weiter in vollem Umfang anbieten.“

Aufsichtsrat und Verköstigung

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurden Franz Kurz (Bühlertann), Gerhard Mann (Vellberg), Christian Schwerdt (Vellberg) und Wolfgang Straub (Bühlertann) einstimmig wiedergewählt. Wirtschaftsprüfer Arnold Nied hatte keine Beanstandungen.

Mit 360 Schnitzeln mit Kartoffelsalat verköstigte die Bühlerzeller Jägerstube Engel auf Raiffeisenbank-Kosten die Besucher.

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