Ilshofen „Was machst du mit meiner Rutsche?“

Siegfried Ohr, Bürgermeister Martin Blessing und Felix Huber auf der neuen Wippe.
Siegfried Ohr, Bürgermeister Martin Blessing und Felix Huber auf der neuen Wippe. © Foto: Sonja Alexa Schmitz
Ilshofen / Sonja Alexa Schmitz 01.06.2018
Die Bauhofmitarbeiter Felix Huber und Siegfried Ohr machen die Ilshofener Spielplätze sommerfit.

Der Tag beginnt für Felix Huber und Siegfried Ohr früh um sieben. Dann packen sich die beiden Bauhofmitarbeiter das nötige Material ins Fahrzeug und machen sich auf den Weg zu dem Spielplatz, den sie heute auf Vordermann bringen. 29 öffentliche Spielplätze, drei Kindergartenspielplätze und einen neuen Kleinkinderspielplatz plus Fitnessparcours in der Schmerachaue hatten sie vor sich. Vor rund fünf Wochen haben sie angefangen.

In einem TÜV-Bericht sind alle Spielgeräte auf allen Plätzen aufgeführt, an denen sie Hand anlegen müssen. Mal sind es nur ein paar Schrauben, die es zu ersetzen gibt, mal muss das ganze Gerät erneuert werden. Ende Mai waren sie in Gaugshausen. Etwas außerhalb der kleinen Ortschaft, neben den Bahnschienen, liegen Spielplatz und Fußballplatz in einer weiten Ebene. „Hier im ländlichen Bereich haben Kinder zwar Spielplätze nicht so nötig wie in der Stadt, weil viele Familien einen Garten haben. Aber es sollte eigentlich in jedem Ort so einen Platz geben, an dem man sich treffen kann“, sagt Bürgermeister Martin Blessing.

Die neue Rutsche ist schon von Weitem zu sehen. Ein rotes Dach hat das Häuschen und die Rutsche ist quietschgelb. An der Seite kann man mit Haltegriffen hochklettern. Das Teil ist komplett neu. Ebenso die Alu-Wippe in Rot-Gelb. „Man nimmt kein Holz mehr“, sagt Siegfried Ohr, der seit 17 Jahren beim Bauhof arbeitet, „zu pflegeintensiv“. Alle zwei Jahre werden die Spielgeräte vom TÜV überprüft und zwischendrin checken die Bauhofmitarbeiter die Sicherheit und Funktionalität. Quietscht die Wippe, wird sie geölt. Hat das Holz Splitter, wird es geschliffen. Ist der Sand verschmutzt, wird er ersetzt. Stehen Schrauben raus, werden sie eingedreht oder erneuert. „Wippen und Schaukeltiere haben wir immer auf Lager“, sagt Felix Huber. In Gaugshausen steht ein Schaukelauto aus Holz, es stammt noch aus einer anderen Zeit als die alubunten Teile. Felix Huber hat es restauriert. „Man muss ja nicht alles wegschmeißen.“

Wenn das Zweierteam aus Opa und Noch-nicht-Familienvater im Kindergarten arbeitet, hat es stets einen Pulk Kinder um sich. „Warum machst du meine Rutsche weg?“ und viele weitere Warum-Fragen müssen sie beantworten. Wenn sie dann die neuen Spielgeräte aufbauen, sind sie die Helden der Kinder. Und manchmal müssen sie auch vormachen, wie es geht. „Wir werden dann selbst wieder wie Kinder.“

Rund um die Geräte, im sogenannten Fallraum, liegt in Gaugshausen dick und fluffig der Rindenmulch. Ein Hund kommt und wälzt sich glücklich darin. Radfahrer aus Esslingen machen Pause auf der hölzernen Sitzgarnitur, der Sohn spielt an den Geräten.

Sicherheit geht vor

Siegfried Ohr und Felix Huber sind hier fast fertig. Nur die Schaukel muss noch angebracht werden. Die Alte entsprach nicht mehr den strengen Sicherheitsvorkehrungen. An den Reckstangen haben sie mit Füllmasse Ritzen gestopft, in denen Kinder mit Kapuzenpullibändeln hängen bleiben könnten. Die Rutsche aufzubauen machte die meiste Arbeit: Die Tiefe des Fundaments muss exakt sein, damit die Rutsche mit ihrem Neigungswinkel auf den Boden reicht.

Es ist halb drei. Bis Feierabend sind es noch zwei Stunden. Die nutzen die beiden noch auf dem Spielplatz in Rappoltshofen. Und dann warten noch neun weitere Spielplätze auf die Männer in Orange.

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