Wenn Bürgermeister Franko Kopp übers Jahr die Vielseitigkeit der Nellinger Wirtschaft lobt, bleibt das meist eher abstrakt. Öffnen die Betriebe jedoch ihre Türen, ist die Vielfalt von Handwerk, Produktion und Dienstleistung in Nellingen für jeden sicht- und greifbar. Das fiel beim verkaufsoffenen Sonntag auch einem Paar aus Lonsee auf, das erstaunt feststellte: "Dass Nellingen so viele und dermaßen unterschiedliche Firmen hat, das wussten wir nicht." Mit einer weit gestreuten Werbung haben die Veranstalter, die Wirtschaftsvereinigung und die Gemeinde, Besucher auch aus weiter entlegenen Orten angelockt. Überhaupt wurde die Organisation bis auf wenige Ausnahmen von den Besuchern und Teilnehmern gelobt: Der Shuttlebus wurde - trotz vieler, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad von Station zu Station kamen - bestens angenommen und immer voll. So waren auch die Firmen im neuen Gewerbegebiet "Oppinger Grund" gut erreichbar.

Ingo Salein vom "Skitreff", der erste Unternehmer, der den "Oppinger Grund" bezogen hat, nahm erstmals an dieser alle drei Jahre stattfindenden Veranstaltung teil und war zufrieden: "Meine Erwartungen wurden übertroffen. Ich mache nächstes Mal wieder mit", sagte er. Ebenso positiv äußerte sich Zahnärztin Dr. Elisabeth Eckert. Sicher eine außergewöhnliche Teilnehmerin, denn Arztpraxen findet man bei solchen verkaufsoffenen Sonntagen eher nicht. Doch wer neue Wege geht, wie sie es offensichtlich tut, wird wohl belohnt. "Es gibt tatsächlich Leute, die wohnen nur fünf Kilometer von Nellingen weg und wussten nicht, dass es mich gibt." Teilgenommen am Tag des offenen Betriebes, neue Kunden gewonnen, was will man mehr. "Ich bin nächstes Mal wieder dabei", so ihr Fazit.

In Nellingen wuselte es an diesem Sonntag von Menschen. Sie kamen von auswärts, aber auch die Nellinger selbst wollten sich informieren: über ihre örtlichen Betriebe, die eben erst renovierte Festhalle, die Entwicklung im Dorf, vorgestellt in der Festhalle. Selbst der 91-jährige Max Seybold war unterwegs: "Ich bin erstaunt, was sich im ,Oppinger Grund' alles getan hat und bin gespannt, wie es dort weitergeht." Sprach's, setzte sich auf sein Elektrofahrzeug und fuhr weiter ins Gewerbegebiet.

Ein echter Anreiz war für viele Besucher das Losstempeln, denn mit zehn Stempel gab es Interessantes zu gewinnen. Daher wurden allerorts die gelben Flyer zum Abstempeln gezückt. Am frühen Abend wurden in der Sporthalle die Gewinner des Losstempelns gekürt. Außerdem gab es wieder den Ehrenpreis der Wirtschaftsvereinigung. Der Vorsitzende Herbert Bühler überreichte die Auszeichnung der DRK-Ortsgruppe. Zugleich bekommt sie einen Defibrillator. "Das Engagement dieser Menschen erkennen wir besonders an", sagte Bühler.

Schon am Samstag war die Festhalle feierlich eingeweiht worden. Dabei hat Bürgermeister Franko Kopp seinen langjährigen Stellvertreter Willi Singerer zum Ehrenbürger ernannt.