"Im Heimspiel ist vieles extremer"

SWP 07.11.2015
Mittelfeldmann Paul Weber war bisher in allen elf Partien der Ilshofener in der Verbandsliga dabei. Die Nummer 6 erzählt, ob das Team die 3:5-Niederlage weggesteckt hat und was er von Trainer Kettemann hält.

Das 3:5 am vergangenen Samstag gegen Albstadt kam für viele Fans überraschend. Wie hat das Team die erste Saisonniederlage verarbeitet?

PAUL WEBER: Jeder hat mal einen schlechten Tag. Nach dem guten Saisonbeginn ist es halb so wild, dass wir einen Ausrutscher hatten. Hauptsache ist, man macht weiter. Schon im Montagstraining war wieder positive Stimmung.

Was haben Sie aus dem 3:5 gelernt?

Das war nicht unser Spiel. Das haben auch die Zuschauer gesehen, die uns kennen. Nach dem Rückstand haben wir gut gespielt, aber es hat nicht gereicht.

Ilshofen schaffte es, das 1:3 in ein 3:3 umzuwandeln. Warum war man danach mit dem Punkt nicht zufrieden?

Das war auch in der Landesliga schon so. Wir waren öfters im Rückstand und haben das Unentschieden gemacht. Das nimmt man mit und das pusht einen. Dann spielt man auf Sieg. (kurze Pause) Außerdem war es noch ein Heimspiel. Da ist es extremer, da geht man auf Heimsieg. Man will den eigenen Zuschauern etwas zeigen.

Warum haben Sie nicht von Anfang an gespielt?

Ich hatte einen grippalen Infekt und war nicht richtig fit. Deshalb bin ich erst nach der Halbzeit reingekommen. Da stand es 1:3. Ich habe mich deshalb in der Pause warmgemacht und war nicht in der Kabine. Die erste Halbzeit war dann für das Team abgehakt. Das Motto war in der Pause: Das 0:0 steht wieder. Ich habe versucht, die Jungs zu pushen, doch das 3:4 in der 78. Minute hat uns geschockt. Wir haben danach versucht, auf das Unentschieden zu spielen. Doch dann fiel das 3:5.

Für viele Ilshofener gelten Sie fast als Eigengewächs. Wie verlief Ihre Karriere?

Im bin jetzt im vierten Jahr bei Ilshofen. In der A-Jugend spielte ich für die Haller Sportfreunde. Ziemlich zufällig bin ich nach Ilshofen gekommen. Ein Kumpel von mir hatte Kontakt zu Ralf Kettemann. Er meinte, der Kumpel sollte mal zum Probetraining kommen. Dieser wollte nicht alleine dorthin und dann bin ich mitgegangen. Wir waren gemeinsam im Training. Kette kam danach zu mir und zeigte Interesse. Danach schaute sich Kette schaute noch ein Spiel der Schwäbisch Haller A-Jugend an.

Gab es damals in Ilshofen eine Vision, wo das Team hinwill?

Der TSV spielte damals in der Bezirksliga. Kette wollte oben mitspielen. Seiner Meinung nach könnte ich dabei mithelfen. Das hat mich gereizt.

Wie erleben Sie den Spielertrainer Ralf Kettemann?

Er ist ein vertrauenswürdiger Trainer. Auch auf persönlicher Ebene haben wir ein gutes Verhältnis zueinander. Aber als Trainer hat er Autorität. Das können nicht viele. Er selbst ist auch noch jung. Deshalb kann er zu den jungen Spielern durchdringen. Er weiß, was ich oder die anderen Jungen denken.

Sie fühlen sich dort wohl? Ja. Wir machen viel zusammen, vor allem nach dem Spiel. Das ist nicht selbstverständlich. Man geht auch weg, wenn man keinen guten Tag hatte. Dann redet man nicht unbedingt über das Spiel.

Wie lautet das Ziel in dieser Saison? Klassenerhalt. Jedes Spiel ist noch gegen den Abstieg. Aber es ist nicht glücklich, dass wir gegen Göppingen, Essingen, Hall und Backnang gewonnen haben. Wir haben gegen richtig gute Mannschaften dagegengehalten. Innerhalb der Mannschaft hatten wir noch nie das Ziel Aufstieg. Man wünscht sich das vielleicht und will jedes Spiel gewinnen. Aber als Aufsteiger dort vorne mitzuspielen, hat keiner vorausgesehen. Aber das spricht für uns.

Wie reagiert das Team auf den Druck von außen?

Das Umfeld wird im Training nicht thematisiert. Unser Motto: Von Spiel zu Spiel alles geben. Viele Fans pushen uns. Das hilft uns enorm. Aber die sind nicht nur da, wenn wir gewinnen. Sie bauen uns auch auf, wenn wir verlieren.

Was erwarten Sie bei Normannia?

Ich habe die meisten Mannschaften noch nicht spielen gesehen. Die letzte Woche ist abgehakt. Unsere Videoanalyse ist abgeschlossen. Da haben wir draus gelernt und uns neu eingestellt. Man hat auch individuelle Fehler gesehen. Deshalb machen wir die Analyse. Die Trainer helfen uns, das abzustellen. Dadurch werden wir besser, als Spieler und auch als Mannschaft.

Die Fragen stellte Guido Seyerle.

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