„Domus Domini“: Überlebenskampf im Kloster Cluny

EDWIN RUSCHITZKA 18.04.2016

Sie alle produzieren Nahrungsmittel (Gemüse, Käse und Bier) und erhalten dafür aus Cluny Ablassbriefe, sprich Siegpunkte. Das Problem: Wird viel produziert, können mehr Sünden abgetragen werden, dafür sinkt der finanzielle Ertrag, der fürs weitere Arbeiten wichtig ist. Und dieses Dilemma – Geld oder Ablassbriefe – muss jeder Spieler im Verlauf der Partie irgendwie vernünftig lösen.

„Domus Domini“ ist ein komplexeres Optimierspiel mit einigen Stellschrauben. Wie an diesen optimal gedreht wird, erschließt sich einem vielleicht nicht gleich nach dem Regelstudium, sondern während der ersten Partie, die sich in sieben Phasen unterteilt. Wir lassen unsere Mönche arbeiten, entweder in der Kirche oder auf dem Feld, wir müssen sie auch ernähren, wir bauen unser Kloster aus – und das insgesamt fünf große Runden lang.

Ein schönes Element ist der Einsatz der Bettelmönche und der Trunkenbolde. Damit werden vor einem liegende Spieler auf der Wertungsleiste wieder etwas zurück bewegt. Gut ist, wer einen Hund hat, der die Gesellen vertreibt. Wer Optimierspiele schätzt und sich von ein paar Seiten Regeln nicht abschrecken lässt, dem sei „Domus Domini“ empfohlen.

„Domus Domini“: von Heinz-Georg Thiemann, für 2 bis 6 Personen, ab 10 Jahren, Dauer 60 bis 90 Minuten, bei Franjos-Spiele (www.franjos.de), Preis rund 45 Euro.