Rot am See Leistungsschau: „Der ländliche Raum pulsiert“

Rot am See / Ralf Snurawa 04.06.2018
Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch hebt bei der Leistungsschau des Bundes der Selbstständigen in Rot am See die wichtige Rolle der kleinen und mittleren Betriebe hervor.

Das Gewerbe ist eines der wichtigsten Fundamente der Gemeinde, sagte Bürgermeister Siegfried Gröner gestern bei der Eröffnung der Leistungsschau des Bundes der Selbstständigen (BDS) in Rot am See. 46 Betriebe waren heuer mit von der Partie –  laut dem BDS-Vorsitzenden Darius Kowalik eine Rekordanzahl.

„Der ländliche Raum pulsiert und Rot am See steht heute dafür“, sagte die Schirmherrin Friedlinde Gurr-Hirsch, Landtagsabgeordnete der CDU und Staatssekretärin im Ministerium für den ländlichen Raum. Denn die Leistungsschau zeige, dass man auch abseits der großen Städte gut aufgestellt sei mit seinen Betrieben als Rückgrat: „Der ländliche Raum ist stark.“ Die mittelständischen und kleinen Unternehmen sorgten für viele Innovationen.

Die Staatssekretärin hob dabei die Weltmarktführer der Region, hervor. Auf solchen Betrieben, aber ebenso auf kleineren Firmen gründe der Erfolg Baden-Württembergs als Wirtschaftsregion. Deshalb fördere die grün-schwarze Regierung den ländlichen Raum mit einem Entwicklungsprogramm mit einem Umfang von 70 Millionen Euro.

„Bewusstsein schaffen“

Friedlinde Gurr-Hirsch sprach auch die Verbraucher an: „Strukturen können nur erhalten werden, wenn man sie in Anspruch nimmt. Das heißt etwa, etwas nicht bei Amazon zu bestellen, wenn ich es auch hier bekommen kann.“ Ein Bewusstsein für die Betriebe vor Ort zu schaffen, dabei helfe gerade solch eine Leistungsschau.

Gudrun und Rainer Schüttler von der Firma Schüttler Elektrotechnik konnten das bestätigen. Sie standen den Besuchern der Leistungsschau ebenfalls für Gespräche zur Verfügung. Seit 18 Jahren sind sie Mitglied im BDS Rot am See. Sie seien prinzipiell bei den Aktionen des BDS dabei, denn es sei wichtig, sich als Gewerbetreibende zu zeigen.

Für Innovation steht die Firma Würth Elektronik. In Rot am See ist die Abteilung Forschung und Entwicklung entstanden. Geschäftsführer Klaus Weingärtner steht 171 Mitarbeitern vor, die Prototypen herstellen und über 200 verschiedene Aufträge täglich bearbeiten. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen einen Umsatz von 26,4 Millionen Euro. Zurzeit entwickle man gerade einen sogenannten „dritten Arm“ für Handwerker, der Hilfe bei schweren körperlichen Arbeiten bieten soll. Eine andere Neuentwicklung ist auf Basis von Polyurethan und gewellten Kupferdrähten vor etwa drei Jahren entstanden. Das nutze bereits das Unternehmen „Swisstom“ in der Schweiz für sogenannte Babygurte. Mit ihnen kann gemessen werden, wenn die Atmung von Kleinkindern aussetzt.

Hightech aus Rot am See

Mit dem neuen Material lassen sich aber genauso gut Radfahrerhemden bestücken, sodass sie bei Dunkelheit mittels Leuchtdioden besser zu sehen sind. Bezeichnenderweise war Rot am See eine der Stationen der 142 Kilometer langen „WE Bike“-Radtour.

Sie war eine von mehreren unterhaltsamen Stationen bei der Leistungsschau. Vor allem die Vereine von Rot am See, aber auch aus Nachbargemeinden sorgten für Unterhaltung. Es gab Tanzvorführungen der Majoretten TV Rot am See zusammen mit den „Schdägeles Dräwern“ aus Dünsbach und des Tanz-Zentrums aus Kirchberg.

Das Akkordeonorchester Hohnerklang war ebenso zu hören wie der Musikverein und das Mühlbach-Quintett. Die Kindergartenkinder sangen zur Eröffnung. Basteln konnte man genauso wie Mini-Scooter fahren und sich beim Bücher- wie Kinderflohmarkt umschauen.

Bei den ausstellenden Betrieben reichte die Palette vom Blumen- oder Modegeschäft über handwerkliche Dienstleistungen in Bereichen wie Sanitär, Malerei, Parkett und Gartenbau bis zu Baumaschinen, Landtechnik und Metallbau.

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