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Crailsheim / Christine Hofmann  Uhr
Zwei Schülerinnen stoßen eine Aktion an, die den Ratsbeschluss kippen soll: Sie sammeln Unterschriften für den alten Hallenbad-Standort.

Ein weiteres Bürgerbegehren in Crailsheim macht sich auf den Weg: Eine Bürgerinitiative, deren Sprecher Solveig Kurz, Yvonne Kager und Manfred Reich sind, hat damit begonnen, Unterschriften in der Stadt zu sammeln. Sie will erreichen, dass das Crailsheimer Hallenbad in der Kernstadt neu gebaut wird und nicht, wie im Dezember vom Gemeinderat beschlossen, im Maulachtal neben dem Freibad und dem Parc Vital.

Der Anstoß zum Bürgerbegehren kommt von zwei Schülerinnen des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. Es war ein Zeitungsartikel im Hohenloher Tagblatt über die spontane Standortentscheidung des Crailsheimer Gemeinderats zum Hallenbadneubau, der Anna Kunz und Chiara Frey alarmiert hat.

„Hallenbad braucht einen zentralen Standort“

„Als wir das gelesen haben, konnten wir es kaum glauben. Crailsheim ohne Hallenbad in der Stadt – das geht nicht“, sagt die 17-jährige Anna Kunz aus der Kursstufe 2. Die Zehntklässlerin Chiara Frey (16) pflichtet bei: „Das Hallenbad braucht einen zentralen Standort mitten in der Stadt, damit es von allen gut erreicht werden kann. Ganz besonders für die Schüler der Innenstadtschulen ist das wichtig, aber auch für andere Generationen.“ Noch am selben Nachmittag schrieben Anna und Chiara eine „Pro und Kontra“-Liste. „Wir fanden 17 Argumente für den Standort Innenstadt und zwei Argumente dagegen“, sagt die Kursstufenschülerin.

Bevor der Gemeinderat über den Standort des neuen Hallenbades entscheidet, ist eine Expertenkommission dran.

Die Standortfrage des Hallenbads war den Gymnasiastinnen so wichtig, dass sie ihr Anliegen teilten – mit Eltern, dem Elternbeirat und der Schulleitung. „Überall fanden wir Unterstützer“, berichtet Anna Kunz. „Da wurde uns klar: Wir können etwas tun. Es braucht einen, der anfängt.“

Die Schülerinnen, Eltern und Elternvertreter, Lehrer, Schulleiter und interessierten Bürger bereiten nun das Bürgerbegehren vor und hoffen auf Unterstützung durch Crailsheimer Bürger. Bis zum 18. März müssen sie knapp 2000 Unterschriften sammeln.

„Der Gemeinderatsbeschluss hat uns überrollt“, sagt Max Kopplin, stellvertretender Schulleiter des Albert-Schweitzer-­Gymnasiums. „Die Schulen sind zuvor zu den verschiedenen Standortvarianten befragt worden. Bei der Entscheidung hat unsere Empfehlung aber offensichtlich keine Rolle gespielt.“

Kopplin hat ausgerechnet, dass zwischen 1300 und 1500 Schüler pro Woche Schwimmunterricht im Hallenbad haben. 700 Schüler der Innenstadtschulen könnten bislang zu Fuß zum Bad laufen. Sie alle müssten befördert werden, sollte das Hallenbad in Roßfeld gebaut werden. „Da fahren die Busse dann im Kreis herum. Das macht doch keinen Sinn“, so Kopplin.

Manfred Reich, Mitglied im Stadtseniorenrat, denkt auch an die älteren Bürger. „Im Alter nutzen die Menschen das Hallenbad zunehmend. Ihre Mobilität ist aber auch zunehmend eingeschränkter. Da ist es wichtig, dass das Bad gut zu erreichen ist, an zentraler Stelle in der Stadt.“

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