"Beginn der Thermik bestimmt die Taktik"

FELIX STEIGER 16.02.2013
Zusammen mit Bruder Patrick war Marc Puskeiler (31) bei der Segelflug-WM. Allerdings flog er nicht selbst, sondern fungierte als Team-Meteorologe.

Marc Puskeiler, Sie unterstützten die deutsche Segelflug-Mannschaft in Argentinien als Team-Meteorologe. Wie kann man sich Ihre Aufgaben vorstellen?

MARC PUSKEILER: Im Prinzip bin ich den ganzen Tag im Einsatz. Ich stehe vor allen anderen auf, dann gibt es morgens erst einmal ein Briefing. Mit einem eigenen Berechnungsmodell versuche ich dann, den Beginn der Thermik vorherzusagen. Dann beginnen die taktischen Überlegungen, wann die Piloten am besten losfliegen, um nicht in drohende Gewitter zu geraten.

Wie sieht Ihre Arbeit dann während des Fluges der Piloten aus?

PUSKEILER: Ich beobachte auch während der Flüge das Wetter. Da ich per Funk mit allen unseren Piloten verbunden bin, kann ich ihnen schnell Informationen weitergeben. Falls ein Gewitter anrückt, erfahren sie es schnell.

Das Wetter in Argentinien gilt als schwierig. Wie sahen Sie die Voraussetzungen zur Vorhersage?

PUSKEILER: Man trifft für die Piloten natürlich wichtige Entscheidungen. Es gab einen Tag, da habe ich schon früh gewusst, dass vom Westen her ein Gewitter droht, obwohl am Morgen noch die Sonne geschienen hat. Also habe ich den Piloten gesagt, dass sie möglichst früh losfliegen sollten und nicht so lange warten dürfen. Da ist man natürlich schon gefordert. Sollte das Gewitter dann nicht eintreffen, steht man natürlich nicht so gut da.

Bei der Segelflug-WM in Argentinien war Ihr Bruder Patrick als Pilot dabei. Wie verlief die Zusammenarbeit mit ihm?

PUSKEILER: Mit dem Bruder zu arbeiten, geht ganz gut. Da ich auch selbst Pilot bin, habe ich einen guten Einblick in alle Dinge. Das ist auch sehr wichtig.

Hatten Sie selbst auch mal Ambitionen, an einer Segelflug-Weltmeisterschaft teilzunehmen?

PUSKEILER: Ich fliege schon auch Wettbewerbe. Die Leistungsdichte ist jedoch sehr groß, so gut war ich selbst nie. Das stand deshalb nicht zur Debatte.