Am Sonntagnachmittag legte der TSV Benningen beim 4:2-Auswärtssieg im Bezirksligaspiel gegen den SV Germania Bietigheim einen Blitzstart hin: Auf dem Kunstrasenplatz unter dem Viadukt waren gerade einmal zwei Minuten gespielt, als Ahmet Al Timini nach einer Flanke frei vor Germanias Torhüter Jens Krüger auftauchte - mit einer starken Fußabwehr bewahrte Krüger sein Team vor einem frühen Gegentreffer. Doch die Platzherren kamen auch nach dieser Aktion nicht in die Gänge, und nach sechs Minuten war der Kaltstart perfekt: Am linken Strafraumeck ließ Marco Djurdjevic Julian Schockenhoff, der nach mehr als einjähriger Pause sein Comeback gab, stehen und schlenzte den Ball mit einem Rechtsschuss in den rechten oberen Torwinkel zum 1:0 für die Gäste. Und die setzten nur kurz darauf noch einen drauf: Auf eine Freistoß-Flanke mit Schnitt zum Tor schien keiner der SVG-Akteure zu reagieren. Krüger kam notgedrungen aus seinem Tor gelaufen, doch Abwehrrecke Jannis Kordt war bereits hochgestiegen und köpfte den Ball zum 2:0 ins Netz.

Erst nach einer Viertelstunde fing sich Bietigheim, die Benninger standen nun sehr tief und bauten ganz auf ihr blitzartiges Umschaltspiel. Nach 22 Minuten sah Germania-Coach Matthias Schmid die erste gelungene Angriffsaktion seiner Elf: Der von seiner Rotsperre zurückgekehrte Dominik Faber spielte einen Doppelpass mit David Inigo und leitete weiter zu Tobias Krüger. Die flache Flanke des Angreifers brachte Jonas Schneider aus spitzem Winkel allerdings nicht mehr im Tor unter. Mitte der ersten Hälfte zogen die Germanen ein Powerplay auf, doch wie bei Fabio Sprottes Schuss (23.) brachten die Benninger immer ein Bein dazwischen. Die körperlich robusten Gäste wurden vor der Pause nochmals gefährlich, als Torwart Krüger unter dem Eckball hindurchgeflogen war und Dominik Wels nur knapp verpasste.

Auch nach dem Seitenwechsel gelang den Gästen ein schneller Treffer, der ins Bild passte: Den langen Abstoß von Torhüter Tim Sackmann verlängerte TSV-Kapitän Nico Ferrara per Kopf, und plötzlich stürmten drei angreifende Benninger frei auf die SVG-Viererkette zu. Djurdjevic behielt den Überblick und setzte David Claus in Szene, der im Eins-gegen-eins-Duell cool blieb und flach zum 3:0 vollstreckte. Immerhin steckten die Gastgeber auch nach dem dritten Gegentor den Kopf nicht in den Sand. Nach einem öffnenden Pass von Jonas Schneider auf Wagas Malik flankte der nach der Pause eingewechselte Flügelspieler auf Krüger, dessen verunglückter Rechtsschuss ging knapp am Tor vorbei. Auf der Gegenseite fuhr der Aufsteiger einen weiteren klasse Gegenangriff, nach einem Querpass von Justin Hill scheiterte Wels an Krüger. In der 81. Minute gelang es doch noch einem Germania-Akteur, ins Netz zu treffen: Denis Hermann setzte die Kugel mit rechts halbhoch ins lange Eck. Die Gastgeber witterten nun noch einmal Morgenluft, mehr als Tansel Celiktas' Treffer zum 2:3 nach einem Eckstoß brachten die zu spät aufgewachten Germanen aber nicht mehr zustande. Dafür traf Hill in der Nachspielzeit nach einem letzten Konter zum 4:2 ins leere Tor. "Wir haben den Start verschlafen, waren das ganze Spiel über in den Luftduellen nicht präsent und haben es verpasst, vorne effizienter zu sein", resümierte Germania-Coach Schmid.