Winnenden: Eine Chronologie des Amoklaufes
Winnenden. Tim K. erschießt am 11. März 2009 in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen mit einer Pistole seines Vaters. Dann tötet er sich selbst. Die Amoklauf im Detail.
Der Vater des Amokläufers von Winnenden ist zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Vor fast zwei Jahren hatte der damals 17-jährige Tim K. insgesamt 15 Menschen mit einer Pistole getötet, die der Vater ungsichert in einem Kleiderschrank aufbewahrt hatte.
10. März 2009, kurz vor 24.00:
Während Tim K. in seinem Zimmer am Computer sitzt, schauen seine Eltern bis gegen Mitternacht fern. Tims Vater gibt bei der Polizei an, sich kurz vor Mitternacht vergewissert zu haben, dass die Pistole noch im Kleiderschrank war. Dies habe er meistens gemacht, wenn er die Wäsche für den nächsten Tag herausgeholt habe. Tim K. sagt seinen Eltern, dass er am 11. März erst zwei Stunden später zur Schule müsse und länger schlafen wolle. Dazu steht im Polizeibericht weiter: Durch diese offensichtliche Lüge habe er sich Zeit verschafft, um die Tat vorzubereiten.
11. März, gegen 8.00 Uhr:
Tim K. frühstückt mit seiner Mutter. Die Mutter geht in den Keller ins Büro, wo sie bleibt, bis ihr Sohn geht. Da nicht ermittelt werden konnte, zu welchem Zeitpunkt Tim K. die Pistole aus dem Kleiderschrank genommen hat, gibt es folgende Hypothese: Er
weiß laut Ermittlungsbericht, dass sich seine Mutter im Keller aufhält. Er nimmt aus dem Schlafzimmer unbemerkt die Pistole sowie aus dem Nachtkästchen des Vaters ein dort verstecktes Magazin. Zwei Zeugen berichten der Polizei allerdings später, dass sie Tim K. bereits um 7.25 Uhr an der Albertville-Realschule gesehen haben.
Der Tathergang:
9.30 Uhr:
Tim K. dringt in Winnenden in seine ehemalige Schule ein und erschießt während des Unterrichts acht Schülerinnen, einen Schüler und drei Lehrerinnen.
9.33 Uhr:
Ein Notruf eines Schülers aus der Albertville-Realschule geht bei der Polizei ein.
9.35 Uhr:
Eine Streife mit drei Beamten trifft ein und verhindert damit wahrscheinlich ein noch größeres Blutbad. Tim K. feuert auf die Beamten und flüchtet. Auf dem Weg in die Innenstadt erschießt der Amokläufer einen Mann, der im Zentrum für Psychiatrie gearbeitet hat.
Gegen 9.45 Uhr:
Tim K. kidnappt auf dem Parkplatz der Psychiatrie einen Autofahrer und zwingt ihn zur Fahrt durch Stuttgart auf die Autobahn in Richtung Süden.
Kurz vor 12.00 Uhr:
An einer Kontrollstelle der Polizei am Autobahnkreuz Wendlingen bremst die Geisel in einer Kurve stark ab und fährt auf eine Böschung zu. Der Fahrer kann sich aus dem rollenden Wagen retten. Tim K. flüchtet zu Fuß zum nahe gelegenen Industriegebiet in Wendlingen.
12.01 Uhr:
Der Täter betritt ein Autohaus in Wendlingen, fordert einen Wagen. Als ihm nicht sofort ein Auto gegeben wird, erschießt er einen Kunden und einen Verkäufer.
12.05 Uhr:
Als der Amokläufer aus dem Autohaus kommt, eröffnet die Polizei das Feuer und verletzt den jungen Mann am Bein. Bei dem Schusswechsel werden zwei Beamte in Zivil schwer verletzt.
12.30 Uhr:
Die Beamten finden Tim K. zwischen einer Wand und einem parkenden Fahrzeug tot auf dem Rücken liegend. Er hat sich nach Erkenntnissen der Polizei selbst getötet.
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Autor: dpa | 10.02.2011
Scheiben eines Autohauses in Wendlingen mit Einschusslöchern einer großkalibrigen Waffe. Bei einem Amoklauf hatte ein 17-jähriger Schüler im März 2009 15 Menschen und anschließend sich selbst mit einer Waffe getötet. Sein Vater ist wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Foto: dpa
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