Amoklaufprozess begonnen - Vater lässt sich nicht filmen
Stuttgart. Eineinhalb Jahre nach dem Amoklauf von Winnenden mit 16 Toten hat am Donnerstag der Prozess gegen den Vater des Täters begonnen. Der 51-Jährige wird beschuldigt, die Tatwaffe im unverschlossenen Schlafzimmerschrank aufbewahrt und damit gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben.
Amoklaufprozess begonnen - Vater lässt sich nicht filmenFür die Hinterbliebenen war schon der Weg zum Landgericht in Stuttgart eine Tortur. „Das können Sie sich gar nicht vorstellen, wie schwer so ein Gang sein kann“, sagte Gisela Mayer, die bei dem Amoklauf am 11. März 2009 ihre Tochter verlor.
Der Angeklagte nahm erst im Gerichtssaal Platz, als die Kameraleute der Fernsehsender den Raum verlassen hatten. Der Vorsitzende Richter hatte diesem Wunsch des 51-jährigen Geschäftsmanns stattgegeben. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin begründete der Vater seine Bitte damit, dass er sich nicht vorführen lassen wolle. Sein 17 Jahre alter Sohn hatte mit der Waffe des Vaters an der Albertville-Realschule zwölf Schüler und Lehrer ermordet und weitere drei Menschen bei seiner Flucht getötet. Dann nahm er sich das Leben.
Die Hinterbliebenen der Opfer wollen dem Vater des Täters erstmals in die Augen sehen. „Ich hoffe, dass er sich mir als Mensch zeigt“, sagte Gisela Mayer. Der Anwalt einiger Nebenkläger, Jens Rabe, sagte: „Meine Mandanten wollen sich mit dem Vater auseinandersetzen und sehen, wie er tickt. Übernimmt er die Mitverantwortung für den Amoklauf und entschuldigt er sich?“ (dpa)
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16.09.2010
Carlos Bolesch, der stellvertretende Vorstand und Pressesprecher des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden präsentiert vor dem Landtgericht in Stuttgart einen Anstecker, mit dem das Aktionsbündnis gegen Waffen demonstriert.
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