Amokläufer hasste die ganze Welt
Stuttgart.
. Der Amokläufer von Winnenden soll knapp ein Jahr vor der Tat davon gesprochen haben, dass er "einen Hass auf die ganze Welt hat und Leute umbringen will". Dies berichtete gestern eine Mitarbeiterin der Krisenintervention als Zeugin vor dem Landgericht Stuttgart. Sie erläuterte, die Eltern des Täters hätten ihr in den Tagen nach dem Amoklauf erzählt, ihr Sohn Tim K. habe diese Äußerung im April 2008 bei einem Gespräch in einer psychiatrischen Klinik getan, später aber wieder zurückgenommen. Nach mehreren Terminen in der Klinik seien jedoch bei Tim "keine schwerwiegenden Krankheiten" festgestellt worden. Darüber seien die Eltern erleichtert gewesen. Den Rat der Klinik, dennoch eine Therapie zu machen, habe Tim nicht angenommen.
Der Vater des Amokläufers steht seit Mitte September vor Gericht, weil er eine seiner Pistolen unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt hatte. Damit hatte sein 17 Jahre alter Sohn am 11. März 2009 an seiner früheren Realschule in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) und auf der Flucht nach Wendlingen (Kreis Esslingen) insgesamt 15 Menschen und sich selbst erschossen. Die Anklage lautet auf Verstoß gegen das Waffengesetz. Dafür müsste der Mann für höchstens ein Jahr ins Gefängnis. In Betracht kommen könnte auch eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung. Dann drohen bis zu fünf Jahren Haft. lsw
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Autor: SWP | 12.11.2010
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