Aufbruch mit Unsicherheiten

Ulm/Alb-Donau-Kreis.  An den Hauptschulen in Baden-Württemberg ändert sich vom kommenden Schuljahr an manches. Viele wandeln sich in Werkrealschulen neuen Typs. In Ulm beispielsweise gibt es künftig sechs dieser Schulen.

In Baden-Württemberg ist die Hauptschul-Landschaft im Umbruch. Zum neuen Schuljahr wird die bisherige Hauptschule, die an vielen Orten schon mit einem zehnten Schuljahr zur Werkrealschule aufgestockt war, abgeschafft. Stattdessen wird es Werkrealschulen neuen Typs geben, deren Ziel es ist, die Schüler besser auf das Berufsleben vorzubereiten. Es wird sich einiges ändern - aber nicht mehr für die heutigen Acht- und Neuntklässler, für sie gilt noch der bisherige Hauptschul-Bildungsplan.

Zu den Neuerungen für alle anderen gehört, dass die Schulbezirke wegfallen. Das heißt, dass die Schüler nicht mehr automatisch durch ihren Wohnort einer Schule zugeordnet sind, sondern die freie Wahl haben, welche Schule sie besuchen wollen. Bei Gymnasien und Realschulen ist das schon lange der Fall.

Das bedeutet, dass von September an Schüler aus dem Alb-Donau-Kreis an die Ulmer Werkrealschulen gehen können - und umgekehrt. Welche Auswirkungen das auf längere Sicht hat, wird sich zeigen, ob beispielsweise die Schließung einer Schule wegen mangelnder Nachfrage notwendig wird.

Für die neuen Werkrealschulen ist die Veränderung eine Chance, im Wettbewerb für sich Werbung zu machen, indem sie künftig eigenständige Profile (Musik-, Kunst-, Sport- oder Sprachprofil) einführen. Es gibt auch Änderungen, die sofort und für alle gelten. So sind die neuen Werkrealschulen angelegt als durchgängig sechsjähriger Bildungsgang, bei dem ein mittlerer Abschluss nach der zehnten Klasse die Regel ist. Er ist zwar nicht identisch mit der Mittleren Reife der Realschule, aber gleichwertig. Trotzdem kommen nicht alle Werkrealschüler automatisch in die zehnte Klasse, sondern sie müssen im Endzeugnis von Klasse acht und im Halbjahreszeugnis von Klasse neun in Deutsch, Englisch und Mathe mindestens einen Notenschnitt von 3,0 haben oder die Hauptschulabschlussprüfung mit 3,0 bestehen.

Die neue Werkrealschule soll die Schüler besser auf das Berufsleben und den Übergang in die Ausbildung vorbereiten, ist als Ziel definiert. Deshalb wird Wert auf intensive individuelle Förderung und Berufswegeplanung gelegt. Überdies wird es erstmals 2012/13 in der zehnten Klasse eine Kooperation von Werkrealschulen und beruflichen Schulen geben, bei der die Werkrealschüler zwei Tage pro Woche an der zweijährigen Berufsfachschule verbringen, um berufliche Grundbildung zu erfahren.

Außerdem sind in den Klassen acht und neun zweistündige Wahlpflichtfächer vorgesehen: Natur und Technik, Wirtschaft und Informationstechnik, Gesundheit und Soziales. Damit eine Schule alle drei Fächer anbieten kann, muss sie mindestens zweizügig sein - und das ist der Grund dafür, warum sich einige kleinere, bisher einzügige Hauptschulen mit anderen zusammentun. So wird es in Ulm drei solcher Kooperationen geben: Schulzentrum Nord mit Stammschule Eduard-Mörike-Schule Böfingen und Außenstelle Gutenberg-Schule Jungingen; Schulzentrum Stadtmitte Ost mit Stammschule Spitalhofschule und Außenstelle Martin-Schaffner-Schule und Schulzentrum Hochsträß/Söflingen mit Stammschule Werkrealschule Einsingen und Außenstelle Meinloh-Schule Söflingen.

Albrecht-Berblinger-, Sägefeld- und Adalbert-Stifter-Schule sind groß genug, um den Schritt zur neuen Schule eigenständig zu schaffen. Bei den Schulzentren sollen viele Klassenstufen an beiden Orten parallel geführt werden. In Ulm hat keine der Schulen so viel freie Raumkapazität, dass sie eine andere ganz aufnehmen könnte.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: VERENA SCHÜHLY | 09.03.2010

SWP-Serie: Wechselfieber

Die Hauptschulen im Umbruch

Alb-Donau-Kreis Aus der Hauptschule wird 2010/11 die Werkrealschule - der Prozess ist immer noch in der Entwicklung, deshalb erfolgt der Abschluss unserer Schul-Serie "Wechselfieber" erst jetzt.... mehr
Tafel

Gymnasien in Ulm sind voll belegt

Ulm Die Gymnasien sind gefragt. „Wir fahren in Ulm im nächsten Schuljahr in der fünften Klasse wieder mit Höchstzahl“, sagt Gerhard Semler, Leiter der Abteilung Bildung und Sport. ... mehr

500 Werkrealschulen starten

Stuttgart 500 Hauptschulen haben die Genehmigung bereits, im September beginnen sie als Werkrealschule. Die neue Schulart müsse gleichwertig zur Realschule werden, fordert Arbeitgeberpräsident Hundt.... mehr

Grund- und Hauptschule Illerrieden

Illerieden Hauptschule Illerrieden stellt sich vor... mehr

Anton Miller Volksschule Nersingen-Straß stellt sich vor

Nersingen Anton Miller Volksschule Nersingen-Straß... mehr

Erhard-Vöhlin-Schule VS Illertissen (HS) stellt sich vor

Illertissen ... mehr

SIE UND WIR: Als Paul Pirat war

Liebe Leserinnen und Leser, auf der nächsten Seite steht eine Übersicht der Hauptschulen im Kreis Neu-Ulm, zu lesen ist, was es mit jeder einzelnen auf sich hat.... mehr

Die Hauptschulen im Landkreis Neu-Ulm

Die bayerischen Hauptschulen stehen vor einer großen Herausforderung: Viele werden sich inhaltlich weiterentwickeln zur Mittelschule.... mehr

Sechs Werkrealschulen zur Wahl in Ulm

Tschüs Hauptschule, hallo Werkrealschule: Ab September haben Kinder und Eltern die freie Wahl zwischen sechs Werkrealschulen in Ulm.... mehr

Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Dietenheim

Dietenheim Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Dietenheim stellt sich vor... mehr