Neues Kunstmuseum Ravensburg ein Passivhaus

Im Modell: Das neue Kunstmuseum Ravensburg.
Im Modell: Das neue Kunstmuseum Ravensburg.

Das neue Kunstmuseum Ravensburg wird derzeit nach Plänen des Stuttgarter Büros Lederer + Ragnarsdóttir + Oei errichtet und am 1. März 2013 eröffnet. Es wird das weltweit erste zertifizierte Museum in Passivhaus-Bauweise sein. Anlass für den musealen Neubau war das Angebot der Stiftung Peter und Gudrun Selinka, der Stadt Ravensburg ihre aus Expressionisten und Cobra-Künstlern bestehende hochkarätige Sammlung als Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen.

Zusammen mit dem Architekturbüro Lederer + Ragnarsdóttir + Oei geht das Bad Saulgauer Bauunternehmen Georg Reisch GmbH & Co. KG als Bauherr neue Wege im Museumsbau. Das Ravensburger Kunstmuseum wird die historische Innenstadt jedoch nicht nur als architektonisches Highlight bereichern: Es ist das weltweit erste Passivhaus-Museum. Die Stadt Ravensburg, die das Gebäude später von der Reisch GmbH mieten wird, hat die Passivhaus-Pläne von Anfang an unterstützt. Auch wegen der deutlich geringeren Betriebskosten, die die Stadt dadurch zu tragen hat. "Dazu kommt noch der Imagegewinn für Ravensburg", fügt der Oberbürgermeister von Ravensburg, Dr. Daniel Rapp, hinzu: "Die Stadt profitiert gleich doppelt von der Entscheidung für das Passivhaus-Konzept."

Das Kunstmuseum Ravensburg wurde vom Stuttgarter Architekturbüro Lederer + Ragnarsdóttir + Oei entworfen. Das Büro von Prof. Arno Lederer, Jórunn Ragnarsdóttir und Marc Oei zählt zu den renommiertesten in Deutschland. Zu den realisierten Gebäuden gehören neben vielen Büro- und Geschäftshäusern auch zahlreiche öffentliche Bauten wie das Hessische Staatstheater in Darmstadt, die Duale Hochschule Baden-Württemberg in Lörrach oder die Schreienesch-Schule in Friedrichshafen. Derzeit plant das Büro unter anderem auch das neue Stadtmuseum Stuttgart im Wilhelmspalais sowie den Neubau des Historischen Museums in Frankfurt am Main.

Von entscheidender Bedeutung für die Projekte des Büros ist der Bezug zum jeweiligen Ort. "Wir wollen Architektur nicht zwanghaft neu erfinden, vielmehr versuchen wir, aus der langen Geschichte des Bauens zu lernen – ohne dabei einem Historismus zu verfallen" so die Architekten. Entsprechend dem Motto "Erst kommt die Stadt, dann das Haus" haben die Architekten auch das neue Kunstmuseum auf das historische Stadtensemble Ravensburg bezogen. Charakteristisch dafür ist beispielsweise die Verwendung gebrauchter Ziegel als Material für die Fassade. Dieses evoziert auf sinnliche Weise die Geschichte. Dadurch, dass der gebrauchte Ziegel in eine neue Formensprache überführt wird, wirkt das Vertraute überraschend zeitgemäß.


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