40 Jahre Bildungsakademie: Eine der größten Lehrwerkstätten

Viel Lob für Handwerks-Bildungsakademie bei der 40-Jahr-Feier
Viel Lob für Handwerks-Bildungsakademie bei der 40-Jahr-Feier
Am bundesweiten Aktionstag der Ausbildung hat die Bildungsakademie (BiA) der Handwerkskammer Ulm auf dem Oberen Kuhberg in Ulm 40-jähriges Bestehen gefeiert. Handwerkspräsident Anton Gindele bezeichnete die BiA als eine der größten Lehrwerkstätten des Landes. In 40 Jahren wurden mehr als 132.000 Auszubildende in über 13.000 Lehrgängen unterrichtet. Zudem nahmen mehr als 25.000 Teilnehmer an den Lehrgängen für die Meisterprüfung teil. In weiteren  Weiterbildungsbereichen, beispielsweise in der Elektrotechnik, im Sanitär- und Heizungsbau, bei Rolladen- und Jalousienbauern oder bei den Parkettlegern wurden an den drei Standorten in Ulm, Friedrichshafen und seit Anfang April auch in Schwäbisch Gmünd 11 Millionen Unterrichtsstunden gegeben.

Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan lobte die BiA als Einrichtung, die der jungen Generation eine qualitativ hervorragende Ausbildung im Handwerk anbiete. "Wir sprechen in unseren europäischen Nachbarländern von einer Jugendarbeitslosigkeit von bis zu 50 Prozent", sagte Schavan, "in Deutschland sind es nur 6,1 Prozent, Einrichtungen wie die Bildungsakademie sind der beste Schutz vor Jugendarbeitslosigkeit." Schavan hob hervor, dass durch die Novellierung des Berufsbildungsförderungsgesetzes der universitäre Grad des Bachelors und der handwerkliche Meister gleichgestellt worden seien. Sie wies aber darauf hin, dass Studenten  pro Semester 500 Euro an Studiengebühren zu zahlen hätten, Gesellen für ihre Meisterkurse meist viel mehr. "Die Leistungen des Handwerks und ihre Aus- und Weiterbildungseinrichtungen müssen in der Gesellschaft mehr honoriert werden als bislang", so Schavan.

Mit Verweis auf die Kultusminister der Länder hob Schavan darauf ab, dass die Hochschulen staatlich finanziert seien, die duale Ausbildung und die Weiterbildung im Handwerk zum überwiegenden Teil aber über die Handwerksbetriebe. Dies gilt auch für die Bildungsakademie der Handwerkskammer Ulm. Sie wird über eine Umlage von allen rund 18.000 Handwerksbetrieben im Kammerbezirk von Ellwangen bis zum Bodensee finanziert.

Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, bot der Bundesbildungsministerin bei der Energiewende die BiA an: "Jedes Kompetenzzentrum für Elektromobilität und energetischer Energie sollte auch ein entsprechendes Ausbildungszentrum haben." Mehlich: Das Handwerk sei bereit, seinen Part zu übernehmen, "denn ohne Handwerk fährt kein Elektroauto."

Beim Rundgang durch die Werkstätten der BiA konnten sich die Gäste, darunter der banden-württembergische SPD-Landtagsfraktionsvorsitzende Claus Schmiedel und die Grünen-Landtagsabgeordnete Birgt Schäfer Oelmayer, von den mordernsten Maschinen für Aus- und Weiterbildung im Handwerk überzeugen. Dabei kamen sie mit Ausbildungsmeistern wie Auszubildenden ins Gespräch. Annette Schavan: "Das Handwerk wirbt mit dem Motto von der Wirtschaftsmacht von nebenan. Dies wird in der BiA deutlich. Ein hervorragendes Zentrum für das Handwerk – auch in der Zukunft.“


Foto (honorarfrei): Handwerkskammer Ulm/K-media
BU: Inmitten der Auszubildenden in der Schreinerwerkstatt: (v.li.n.re.) Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan, Grünen-Landtagsabgeordnete Birgt Schäfer Oelmayer, SPD-Landtagsfraktionsvorsitzender Claus Schmiedel und Handwerkspräsident Anton Gindele.


Die Bildungsakademie der Handwerkskammer Ulm ist eines der größten Ausbildungszentren im Land mit insgesamt 622 Ausbildungsplätzen, davon 294 Werkstattplätzen für die praktische Ausbildung und 328 für den theoretischen Unterricht. Die Schwerpunkte der Werkstattausbildung liegen in den Bereichen Metallbe- und verarbeitung, Schweißtechnik, Elektrotechnik und Elektronik sowie Holz und Bau. Hinzu kommen EDV-Schulungsräume, das "C"-Technik-Zentrum /CNC, CAD/AM), der Bereich Qualitätssicherung und Materialprüfung, das Laserzentrum sowie das Zentrum für Energietechnik.

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