Arla stellt bei Allgäuland "weiße Linie" ein
Der dänisch-schwedische Molkereikonzern Arla, der Ende letzten Jahres die Allgäuland Käsereien übernommen hat, lässt Frischmilch, Yoghurt, Quark, Sahne, Butter nicht mehr von der Allgäuer Traditionsmarke produzieren.
Was von den Kritikern der Übernahme von Allgäuland durch Arla befürchtet wurde, ist eingetreten. Die Molkereien in Sonthofen, Kißlegg und Bad Wörishofen müssen sich von der "weißen Linie" verabschieden und dürfen nur noch die "gelbe Linie" produzieren. Alle anfallende Milch, insgesamt eine Menge von 250 Millionen Kilogramm pro Jahr, wird zu Käse verarbeitet. Die Mengen an Frischmilch, Yoghurt, Quark, Sahne und Butter seien zu gering, um rentabel vermarktet zu werden, erklärt Torben Olsen, der Deutschlandchef von Arla.
Damit gibt es für die Allgäuer keine frischen Milchprodukten mehr aus ihrer Region. Lediglich die Handelskette Feneberg aus Kempten bemüht sich, die wegfallenden Erzeugnisse in ihrem Öko-Sortiment "Von Hier" weiterhin zu vertreiben. Sie kommt aber in Schwierigkeiten, weil sie auf dem Sektor der frischen Milchprodukte mit den Allgäuland Käsereien zusammenarbeitet. Unter dem letzten Geschäftsführer war das Sortiment, das jetzt wegfällt, erfolgreich ausgebaut worden, um neue Käuferschichten zu erschließen.
Arla hatte bei den Übernahmeverhandlungen immer wieder betont, dass es dem Konzern vor allem auf die Begriffe Allgäuland und Bergbauern ankomme, um bei der Vermarktung das Engagement bei Bio-Produkten zu unterstreichen und weltweit Werbung machen zu können. Jetzt stellt sich heraus, dass Arla die Käsespezialitäten aus dem Allgäu im Ausland unter dem Namen "Castello" vertreibt.
hama
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