Müllers Ulm: Bitte drücken Sie die 2!
Wer schon mal bei der
Hotline einer Firma gelandet ist, weiß mitunter, wie furchtbar nervtötend das sein kann.
"Willkommen bei Firma XY, wir freuen uns, dass Sie anrufen. Wenn Sie Anliegen A haben, drücken Sie die 1, wenn Sie Anliegen B haben, drücken Sie die 2!"
Nachdem die Computer-Dame mich so begrüßt hat, untermalt natürlich mit einer unglaublich spritzigen, lebensbejahenden Musik, und sie mir nochmal versichert hat, wie unfassbar glücklich sie ist, dass ich anrufe, beginnt die nächste Drück-Orgie. "Da Sie Anliegen 1 haben, möchten wir Sie bitten, zu konkretisieren. Handelt es sich um Möglichkeit A, drücken Sie die 1, für Möglichkeit B die 2." Nochmal gedrückt, dudelt es erfreut in mein Ohr und ich werde darüber informiert, dass der Anruf im Sinne der Qualitätssicherung aufgezeichnet wird. Falls ich das aber nicht wolle, solle ich doch einfach jetzt nein sagen. Wie albern ist das denn - nein ins Nirvana zu sprechen?
Bestimmt sind diese Warteschleifen zur Belustigung der Mitarbeiter der jeweiligen Firmen gemacht worden. Die hören sich bestimmt im Hintergrund an, wie die Anrufer verzweifelt warten, endlich jemanden aus Fleisch und Blut an den Hörer zu kriegen, um ihr Anliegen loszuwerden und lachen sich kugelig, wenn die Anrufer dann mit der Antwort-Maschine sprechen. Natürlich hat man es an dieser Stelle auch noch nicht bis dahin geschafft, denn jetzt sind alle Leitungen belegt, man bemüht sich aber so schnell wie möglich zu verbinden - das Ganze immer noch untermalt mit spritziger, lebensbejahender Musik. Bei einem großen Telefonkonzern dauert das dann mal gut und gern 20 (!) Minuten, bis man einen Mitarbeiter am Apparat hat. Dann ist man von der ganzen Tamburin-Musik im Hintergrund schon langsam marode im Kopf und denkt andauernd nur daran, dass dieser Anruf - bei einer Gebühr von 1,40 Euro pro Minute - nun rein rechnerisch bereits 28 Euro kostet! Und es ist noch gar nichts passiert!
Solche wahnsinnigen Warteschleifen gehören wirklich abgeschafft!
Zitronen und Blumen
die Zitrone der Woche geht an Mobilfunkanbieter, die sich auf den Jahre zuvor geernteten Lorbeeren ausruhen.
Die Blumen der Woche gehen an alle Muttis, die ihren Kindern im Krankheitsfall die Suppe auch ans Bett bringen, wenn das Kind schon längst in der eigenen Wohnung lebt.
Stefanie Müller
Redaktionsleitung
uwo@swp.de
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Autor: SWP | 01.02.2012
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