Die Stars der Lüfte: Geier und Adler in freier Wildbahn

Der Bartgeier ist der größte Greifvogel Europas. Besucher können ihn in Osttirol im Sommer sehen. Doch die Alpen haben hier weit mehr zu bieten, nicht zuletzt den imposanten Großglockner. Und dazu viel Abenteuer, wie Lama-Trekking oder eine Bergtour, wenn die Adler und Geier zum Greifen nahe sind.

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Osttirol lockt mit hohen Bergen und wilder Natur - im Sommer wie im Winter.  Foto: 
Der Bartgeier ist der größte Greifvogel Europas. Seit mehr als 20 Jahren wird er hier wieder angesiedelt. Vor einiger Zeit sind wieder Jungvögel ausgesetzt worden: im österreichischen Nationalpark Hohe Tauern. Dort sind sie die unbestrittenen Stars. Besucher können sie auch in Osttirol im Sommer sehen. Doch die Alpen haben hier weit mehr zu bieten, nicht zuletzt den imposanten Großglockner. Und dazu viel Abenteuer, zum Beispiel beim Lama-Trekking oder bei einer Bergtour, wenn die Adler zum Greifen nahe sind.
 
Michael Knollseisen beobachtet, wie die Bartgeier im Nationalpark Hohe Tauern in freier Wildbahn leben. Der Biologe notiert akribisch ihr Verhalten. Die Vögel sind die große Attraktion im Nationalpark Hohe Tauern. Im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojekts werden die imposanten Vögel mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,85 Metern ausgewildert.

Mehrmals seit dem Jahr 2000 sind im Nationalpark Hohe Tauern nun Bartgeier freigelassen worden. Seit Jahren beobachtet Michael Knollseisen die Greifvögel. Dazu gehört vor allem eine gehörige Portion Geduld. Aber die Leidenschaft für Greifvögel hat der Biologe schon als Kind entwickelt. „Und er ist einfach der größte“, begründet Knollseisen sein besonderes Interesse an den Bartgeiern.
 
Der ruhig und bedächtig wirkende Biologe, der offiziell so etwas wie der Bartgeier-Beauftragte des Nationalparks Hohe Tauern ist, versteht es, die Besucher für die Vögel zu begeistern. Er erzählt, dass der auch als Lämmergeier bekannte Vogel in Österreich im Lauf des 19. Jahrhunderts ausgerottet wurde. Denn in Fabeln und Legenden mutierte der friedliche Vogel zur blutrünstigen Bestie, die Lämmer und Gämsen raubt und tötet, und nicht einmal vor dem Raub von Kleinkindern zurückschrecke. Dabei ernährt sich der Vogel vor allem von dem, was andere Aasfresser übrig lassen, von Knochen.
 
Die Angst habe damit zu tun, dass der Bartgeier sich als Aasfresser häufig in der Nähe der Menschen aufhalte. Der Steinadler dagegen, der auch im Nationalpark zu Hause ist, sei dagegen als Beutejäger äußerst scheu. Fang- und Abschussprämien sowie Giftköder machten dem Bartgeier in weniger als 100 Jahren in den Alpen den Garaus. Der letzte wurde in Österreich 1906 in freier Wildbahn beobachtet. Obwohl die Vorurteile heute ausgeräumt sind, lebt der seltene Vogel immer noch gefährlich. Wilderer sind dem großen Greifvogel auf den Fersen, weil für Präparate inzwischen viel Geld bezahlt wird.
 
In Europa überlebten die Bartgeier nur in den Pyrenäen, auf Korsika sowie in Griechenland, vor allem auf Kreta. Entweder stammen die mittlerweile 150 in den Alpen ausgewilderten Tiere aus diesen Regionen oder aus dem asiatischen Raum, davon 45 im Nationalpark Hohe Tauern. Der ist übrigens der größte Nationalpark der Alpen mit mehr als 1.800 Quadratkilometern sowie mit dem höchsten Berg Österreichs, dem Großglockner, der fast 3.800 Meter in die Höhe ragt. Michael Knollseisen denkt schon weit voraus: In 30 Jahren sollen im Nationalpark mindestens 150 Bartgeier leben. Für dieses Ziel setzt sich der Biologe leidenschaftlich ein und versucht bei den Besuchern ebenfalls Begeisterung für Vögel zu wecken.
 
Zumindest bei dem elf Jahre alten Adrian aus Deutschland ist ihm das geglückt. Adrian hat gebannt den Geschichten zugehört, die Knollseisen erzählt hat. Schon zuvor hat er mit seinen Eltern einige Touren unternommen. Geführt von Nationalpark-Rangern haben sie Murmeltiere und Gämsen beim Großglockner beobachtet, haben am Lama-Trekking teilgenommen und sind gewandert. Der Familie hat die Urlaubswoche Spaß gemacht, sagt der Vater. Im Nationalpark sind Wandern, Trekking, aber auch anspruchsvolles Bergsteigen angesagt. Zugleich will die Region auch jüngere Besucher anlocken.
 
Weitere Infos unter www.osttirol.com und www.mk-salzburg.at
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