Ich war noch niemals in

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Das „richtige“ New York spielt sich nicht zwischen den Boutiquen und Bars Manhattans ab, sondern auf der anderen Seite des East River in Brooklyn. Dort, wo die vielen kreativen Freigeister der Metropole leben. Einer von ihnen ist Sara Jo. Über die Mietwohnzentrale Airbnb vermietet sie ein kleines, selbst gebautes Baumhaus auf Stelzen inmitten ihres Lofts im Künstlerviertel Bushwick, was passenderweise so viel wie „kleines Dorf im Wald“ heißt. Sara wollte etwas Besonderes aus ihrer Wohnung machen. „Ich lerne gerne Menschen aus aller Welt kennen. Einen großen Raum ohne Trennwände und Türen konnte ich ja schlecht vermieten“, erklärt die 34-Jährige. So werkelte sie kurzerhand ein paar Wochen rum, und schwups war ihre Traumwohnung fertig und stand für den Besuch von Gästen und Freunden bereit. Wer kommt, wird herzlich gedrückt und bekommt zuallererst ein Stück Stadtteil-Kultur in die Hand gedrückt: ein eiskaltes Brooklyn Lager.

Brooklyn - nach der holländischen Gemeinde Breukelen bei Utrecht benannt - ist mit circa 2,5 Millionen Einwohnern auf einer Fläche von gut 250 Quadratkilometern fast dreimal so groß wie Manhattan. Stadtviertel wie Carroll Gardens, Park Slope und Williamsburg besitzen alle ihren ganz eigenen Charme. Touristen, die glauben, ein Tag in Brooklyn reicht, um alles zu sehen, werden gerne belächelt. Einheimische würden sagen: „Fuhgeddaboudit!“ Das könnt ihr vergessen!

Apropos Einheimische: Wer ins echte Brooklyn-Leben eintauchen möchte, fragt am besten die Locals. „Die leckerste Pizza gibt es im Roberta’s“, verrät Sara Jo. Die Steinofen-Pizzeria, die nach wie vor in einer ehemaligen Garage zu Hause ist, ist aus Bushwick nicht mehr wegzudenken. Die Variationen reichen von klassisch bis ausgefallen, die Zutaten werden lokal bezogen, teilweise vom hauseigenen Dachgarten. Dank reichlich positiver Presse und prominentem Besuch, wie etwa von Bill und Hillary Clinton, ist das Roberta’s immer gut besucht. Wer Wartezeiten vermeiden möchte, kommt zum Mittagessen oder zum Brunch am Wochenende.

Samstags gehört Williamsburg zu den Top-Adressen der Stadt, denn hier findet einer der beiden legendären Brooklyn Fleas statt. Schon auf dem Weg in den East River State Park, in dem der große, quirlige Flohmarkt Woche für Woche aufgebaut wird, stehen zahlreiche private Trödelstände vor den Haustüren - „Stoop Sale“ wird das hier genannt. Am Ziel angekommen eröffnet sich ein buntes Potpourri aus Antiquitäten, Vintage-Kleidung, Schmuck und T-Shirts. Ein Paradies für Trödelsammler und handgemachte Erinnerungsstücke.

Nur ein paar Meter weiter trifft sich zeitgleich das „Who’s who“ der Gastro-Szene Brooklyns - Blick auf Manhattans Skyline inklusive. Die „New York Times“ bezeichnet den Smorgasburg Food Market gern als „The Woodstock of Eating“. Und genau das ist es auch: ein Festival des guten Geschmacks. An der einen Ecke riecht es nach Burgern, an der anderen nach gepökelten Leckereien, und ein paar Schritte weiter duftet es herrlich nach Doughnuts. Kein Wunder, dass Smorgasburg zu einem beliebten Treffpunkt geworden ist und jede Woche eine junge, hungrige Meute hierherkommt.

Wer genug vom hippen Williamsburg hat, steigt in die East River Ferry und fährt mit der Fähre zwei Stationen bis zum Brooklyn Bridge Park. Wo einst baufällige Anlegestellen, Industriebauten und Lagerräume standen, gibt es nun eine rund zwei Kilometer lange Parklandschaft mit Fahrradwegen, Spiel- und Sportplätzen und eine Promenade, die alles miteinander verbindet. Früher kam man nur wegen der Ausblicke auf die Freiheitsstatue, die Brooklyn Bridge und die Skyline hierher. Heutzutage ist Manhattans kalte Mauer aus Glas und Stahl zwar nach wie vor ein beeindruckender Hintergrund, aufgrund der Schönheit der hiesigen Seite des Flusses allerdings auch gerne mal Nebensache.

Im Viertel Fort Greene - gut eine halbe Stunde zu Fuß von der Promenade stadteinwärts - befindet sich ein Ort, den man hier wohl nicht so schnell vermuten würde: das Black Forest Brooklyn. Tausende Kilometer entfernt vom Schwarzwald haben sich Ayana und Tobias Holler hier ein kleines Stück Zuhause geschaffen. Beide stammen aus Nachbardörfern in Südbaden, kennengelernt haben sie sich aber erst fernab der Heimat: in New York. Schnell funkte es zwischen den beiden, und ebenso schnell war die Idee eines eigenen Restaurants geboren. Von Anfang an brummte der Laden. „Mit unserer badischen Küche haben wir eine Marktlücke entdeckt und in Fort Greene die perfekte Location gefunden“, berichtet Ayana. Der absolute Renner bei den Amerikanern ist die Schwarzwälder Kirschtorte, aber auch Flammkuchen, Kartoffelpuffer mit Apfelmus und Käsespätzle finden sich auf der Karte und kommen bei ihrer Kundschaft sehr gut an. „Die ist genauso bunt gemischt wie Brooklyn selbst“, sagt Tobias Holler.

Brooklynites - so werden die Leute, die in Brooklyn leben, genannt - pfeifen auf Cocktails wie Cosmopolitans, schicke Clubs und Designerklamotten, schmeißen sich morgens lieber in Jeans und Karohemd, stutzen ihren Bart zurecht und freuen sich abends auf das wohlverdiente Feierabendbier. Gerne aus der Brooklyn Brewery in Williamsburg. Hier verbringt auch Airbnb-Vermietern Sara Jo gerne ihre Abende. Und was hat sie in der Hand? Ein eiskaltes Brooklyn Lager natürlich.

Anreise
Direktflüge gibt es beispielsweise mit Air Berlin von Düsseldorf nach New York, www.airberlin.com. Lufthansa bietet Direktflüge ab Frankfurt, www.lufthansa.com.

Unterkunft
Das NU Hotel in Cobble Hill ist ein modernes Haus mit 93 Zimmern in unmittelbarer Nähe der Brooklyn Bridge, ab 180 Euro pro Nacht inklusive Frühstück im Doppelzimmer, www.nuhotelbrooklyn.com.
Das frisch renovierte, 100 Jahre alte Stadthaus von Urban Cowboy Bed and Breakfast in Williamsburg sieht von außen aus wie ein normales Wohnhaus. Innen drin verblüfft es durch fantastisches Design. Ab 100 Euro pro Nacht inklusive Frühstück im DZ, www.urbancowboybnb.com.
Bei Airbnb, der Online-Community für Privatunterkünfte, gibt es über 300 Wohnungsinserate in Brooklyn. Das von Sara Jo in Bushwick findet sich hier: www.airbnb.de/rooms/3923400?s=imlMvOF9

Sehenswürdigkeiten und Ausflüge
Mit maritimem Ambiente und kreativer Szene in industriellem Flair hebt Red Hook sich von anderen Gegenden Brooklyns ab. Dabei unbedingt bei Steve’s Authentic Keylime Pie vorbeischauen. Der Name der Bäckerei ist Programm: Es gibt ausschließlich Key Lime Pie, einen Kuchen mit Limetten von den Florida Keys, der Heimat von Inhaber Steve,
https://de-de.facebook.com/keylimepieauthentic/

Was Sie tun und lassen sollten
Auf keinen Fall von einer zur nächsten Sehenswürdigkeit hetzen, sondern sich lieber mehr Zeit nehmen und das Gefühl Brooklyns auf sich wirken lassen.

Allgemeine Informationen
NYC & Company, www.newyork.de und www.nycandcompany.org, www.brooklynguide.de

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