Online-Plattform für Hotelbuchungen: Der Preis-Checker

Die Kosten für ein Hotelzimmer variieren auf den Buchungsplattformen im Internet erheblich. Oft sinken sie, nachdem man gebucht hat. Das neue Online-Angebot Dreamcheaper will dem Urlauber diesen Ärger ersparen. Wie das geht, erklärt der Gründer Nathan Zielke.

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    Nathan Zielke, Jahrgang 1978, arbeitete als Manager bei Fluglinien und der Bahn. Vor drei Jahren gründete er Dreamcheaper. Foto: 
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Herr Zielke, „träume billiger“ heißt der Name von Dreamcheaper übersetzt. Ist der Name Programm?
Ich würde eher sagen, „träume günstiger“, billiger klingt so, als müsse man Abstriche bei der Qualität machen. Auf Dreamcheaper geht es aber darum, dass man dasselbe Hotelzimmer zu einem günstigeren Preis bekommt.

Wie funktioniert das?
Ganz einfach: Der Kunde bucht, wo immer er möchte, beispielsweise bei Booking.com oder Trivago. Danach leitet er diese E-Mail an uns weiter. Wir suchen dann auf allen Plattformen weltweit, ob es das Hotelzimmer zu einem günstigeren Preis gibt. Wenn der Kunde unser Angebot annimmt, stornieren wir für ihn die alte Buchung und buchen neu. Wenn er Glück hat, sinkt der Preis vor der Anreise sogar mehrmals.

Wie groß ist die Ersparnis?
Durchschnittlich liegt die Ersparnis bei 15 Prozent, das sind rund 75 Euro. Durchschnittlich finden wir bei zwei von drei Buchungen einen günstigeren Preis.
Was kostet das für den Kunden?
Die Überwachung des Preises kostet den Kunden nichts. Wenn wir tatsächlich für den Kunden stornieren und neu buchen, berechnen wir 20 Prozent der Ersparnis. Wenn der Kunde nichts einspart, weil er schon den besten Preis gebucht hat, zahlt er also nichts.

Warum sind die Preise für Hotelzimmer so variabel?
Das ist ähnlich wie bei den Flugpreisen. Diese richten sich stark nach der Auslastung, die für einen Flug erwartet wird. So ist das auch bei Hotels. Jedes Haus prognostiziert eine Auslastung für einen bestimmten Tag und überlegt, wie hoch die Chancen sind, an diesem Tag voll ausgebucht zu sein. Wenn dann wenige Buchungen eingehen, wird der Preis gesenkt. Gibt es viele Anfragen, steigt er. Die Hotels verändern mitunter täglich ihre Preise. Zudem gibt es auf den Buchungsplattformen sehr unterschiedliche Preise für ein und dasselbe Hotel.

Ist das bei allen Hotels so oder eher nur bei großen Ketten?
Das ist sehr unterschiedlich. Es gibt einige wenige Hotelketten, die machen bei diesem Preisspiel nicht mit, zum Beispiel Budget-Ketten. Andere wiederum verändern sogar mehrmals täglich ihre Preise. Manche haben auch spezielle Frühbucher-Angebote oder Last-Minute-Angebote. Der ganze Markt ist sehr undurchschaubar.

Auch andere Anbieter haben schon versucht mit diesem Konzept Geld zu verdienen, sind aber gescheitert. Trip-Rebel hat kürzlich Insolvenz angemeldet. Wie wollen Sie verhindern, dass es Ihnen ähnlich ergeht?
Wir verfolgen seit Beginn einen strategisch anderen Ansatz als Trip-Rebel: Bei uns kann man nicht buchen, bei uns kann man seine bestehende Buchung optimieren. Wir sind kompatibel zu allen Plattformen, der Kunde kann also weiterhin dort buchen, wo er möchte. Wir stehen also nicht im Wettbewerb mit beispielsweise booking.com. Zusätzlich durchsuchen wir mit mehr als 100 Seiten deutlich mehr Quellen nach besseren Preisen als Trip-Rebel dies je tat.

Welche Daten muss man bei Ihnen für die Nutzung Ihres Service preisgeben?
Wir brauchen zu Beginn lediglich die E-Mail, die der Kunde von der Buchungsplattform erhalten hat, wo er gebucht hat, mit den Informationen zu Hotelname, Zimmertyp, Reisedatum, Verpflegung. Zudem benötigen wir die E-Mail-Adresse, damit wir die günstigeren Angebote versenden können. Erst wenn der Kunde ein Umbuchungsangebot annimmt, brauchen wir auch noch die Daten der Kreditkarte, um die neue Buchung tätigen zu können.

Was machen Sie mit der E-Mail-Adresse, geben Sie die weiter?
Nein, das machen wir nicht. Die nutzen wir nur für die Kommunikation mit dem Kunden. Zudem kann man sich damit auf unserer Seite einloggen.

Wäre so ein Service, wie Sie ihn bieten, auch für Pauschalreisen oder Flüge denkbar?
Ganz grundsätzlich könnte man das auf andere Elemente der Reisekette ausweiten. Das Problem beim Fliegen: In Europa haben Sie nur wenige hilfreiche Stornierungsbedingungen. Der Großteil der Flüge ist fix. Wenn Sie gebucht haben, können Sie nichts mehr ändern. Die flexiblen Tickets sind immens viel teurer, so dass sich das für Otto Normalverbraucher nicht lohnt. Diese buchen nur Geschäftsreisende. In Amerika ist das anders: Da gibt es fixe Stornierungsgebühren. Bei Mietwagen ist dagegen ein ähnlicher Marktmechanismus vorhanden wie bei Hotelzimmern. Dieses Element wollen wir später vielleicht noch ergänzen. Pauschalreisen kommen ebenfalls nicht infrage für uns, weil sich da das Hotel aus dem Gesamtpaket nicht herauslösen lässt.

Ferienhaussuche
Die Suche nach dem passenden Ferien-
domizil kann anstrengend sein, denn es gibt unzählige Anbieter, die mühselig nacheinander abgeklappert werden müssen. Einfacher geht es mit der Metasuchmaschine Tripping.com, die 2011 in San Francisco an den Start ging. Diese Online-Plattform durchforstet die Seiten anderer Anbieter, etwa Fewo-direkt oder Homestay, und präsentiert dann gebündelt die Ergebnisse. So hat man auf einen Klick eine große Auswahl samt Preisvergleich.
Zur Buchung wird man dann auf die jeweilige Seite weitergeleitet. Für diese Vermittlung erhält Tripping.com eine Provision von seinen Partnern. Nach Unternehmensangaben sind weltweit mehr als 10 Millionen Unterkünfte gelistet. www.tripping.com

Aktivitäten vor Ort
Ob Tagesausflug in die Karpaten, Radtour durch San Francisco oder Food-Tour in Paris - auf dem Online-Portal GetyourGuide finden sich für über 7000 Reiseziele vielfältige Aktivitäten, Aktionen und Touren. Über 1000 Vorschläge offeriert die Plattform beispielsweise für Rom. Neben Rundgängen in den üblichen Sehenswürdigkeiten finden sich auch Tipps für Trips abseits der Touristenströme wie eine Weinprobe in einem spanischen Kloster.
In der Regel sind die Eintrittskarten im Preis inbegriffen, so dass man sich langes Anstehen erspart. Wer sich die entsprechende App herunterlädt, hat seine Eintrittskarte auf dem Handy parat. Bei vielen Touren ist eine Stornierung bis kurz vor dem Termin möglich.
www.getyourguide.de

Restplätze in Hotels und Fliegern
Die englischsprachige Website Hotwire
versteht sich als eine Art Resterampe für Mietwagen, Flüge und Hotelzimmer. Beim Hotel legt man sich auf eine Preiskategorie, die Ausstattung und das Gebiet fest. Um welches Haus es sich genau handelt, erfährt man aber erst nach der Buchung. www.hotwire.com

Schnäppchen für Badeferien
Wer Last-Minute-Angebote für Ferien am Meer sucht, kann sich unterschiedlicher Plattformen bedienen. Gemeinsam ist allen, dass sie Pauschalreisen von verschiedenen Veranstaltern offerieren, bei manchen wie www.restplatzboerse.de sind auch Charterflüge, Hotels und Ferienwohnungen buchbar. Weitere Plattformen: www.restplatz-reise.de, www.restplatzshop.de. Einige Reiseveranstalter vermarkten ihre Restplätze auch selbst, etwa Tui oder FTI. www.fti.de/www.tui.com

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