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Frühlingszauber 2 - Der typische Diätwahnsinn

Alle warten sehnsuchtsvoll auf den Frühling. Wenn die Temperaturen endlich steigen und die dicken Strickpullover den Winterspeck nicht mehr verdecken können, beginnt der alljährliche Diätwahnsinn.

FRANZISKA REINDL | 0 Meinungen
Mehr Obst und Gemüse, mehr Bewegung an der frischen Luft sind wunderbare Vorsätze, die unbedingt eingehalten werden sollten. Null-Diäten und von jetzt auf gleich Sport bis zur völligen Erschöpfung sind allerdings nicht ratsam.

Wasserfasten und rennen bis zum Umfallen

Das Wasserfasten ist eine Urform des Fastens. Diese Kur erlaubt nur die Aufnahme von Wasser, sonst nichts, nur Wasser. Drei Liter am Tag sind Pflicht, sie sollen auch das anfängliche Hungergefühl unterdrücken. Gefastet wird fünf Tage lang. Manche fasten auch bis zu 14 Tage und länger. 14 Tage lang nur Wasser, sonst nichts. Das Wasserfasten soll den Körper von Schlacken und Schadstoffen reinigen. Am besten dafür eignet sich stilles Wasser. Tagelang nur Wasser, sonst nichts, nicht einmal Kohlensäure. Der Abnehmeffekt tritt wie zu erwarten schnell ein. Der Körper greift aufgrund dessen, dass er keine Nahrung mehr bekommt, auf seine Fettreserven zurück. Die Kilos purzeln nur so. Jedoch fährt der Körper auch den Stoffwechsel rapide runter, um Energie zu sparen. Außerdem besteht die Gefahr des Jo-Jo-Effekts. Das Fasten stellt für den Körper einen Notstand dar, er muss seine Reserven, die Fettpolster angreifen. Wenn er dann endlich wieder feste Nahrung zugeführt bekommt, füllt der Körper die Reserven sofort wieder auf, weil er bereits den nächsten Notstand fürchtet. Nach dem Fasten ist also vor dem Fasten. Nur wer seine Ernährung grundlegend umstellt, kann sich über einen langen Erfolg freuen. Und dazu ist kein Wasserfasten notwendig. Lediglich mehr Obst und Gemüse und weniger Zucker und Fett.

Sport ist Mord – Sport kann aber auch Spaß machen

Ob Null-Diäten wie das Wasserfasten gesund oder ungesund sind, ob es Schlacke im Körper tatsächlich gibt oder nicht, darüber lässt sich streiten. Nicht aber über die Konsequenzen. Wer zu lange einfach nichts isst und nur Wasser trinkt, schadet sich selbst mehr, als dass es gesund sein könnte, denn dem Körper fehlen Mineralstoffe, Vitamine, Eiweiß und Kohlehydrate, alles, was er benötigt, um zu funktionieren. Mangelerscheinungen sind die Folge. Eine radikale Fastenkur ist nur unter ärztlicher Aufsicht ratsam, vor allem, wenn zum Fasten noch ein hartes Training hinzukommt. Der Körper bekommt keine Energie zugeführt, wer in dieser Zeit beim Sport bis an seine Grenzen geht, riskiert einen Zusammenbruch. Sport an der frischen Luft macht fit für den Frühling. Nur ist auch hier ein gesundes Mittelmaß wichtig. Wer im Winter gar nicht oder nur wenig trainiert hat, sollte nicht von null auf hundert durchstarten. Nicht eine Stunde lang rennen bis zur völligen Erschöpfung oder mit dem Fahrrad den steilsten Berg erklimmen. Der Körper bräuchte Tage, um sich von den Strapazen zu erholen und das Training wäre erstmal vorbei. Besser sind regelmäßige Einheiten in Maßen. Wer endlich mit dem Laufen beginnen möchte, sollte im Intervall laufen: fünf Minuten joggen, zehn Minuten gehen. Beim nächsten Mal sind es bereits sechs oder sieben Minuten Joggen am Stück, so steigert sich die Leistung langsam, aber andauernd. Auch für die ersten Radtouren zählt nicht das Tempo auf dem Tacho, sondern die Ausdauer. Mit einem schönen Ausflugsziel vor Augen radelt es sich umso leichter.
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