Depression: Infektion als Auslöser?

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Ein Antibiotikum gegen Depressionen? Klingt erst einmal seltsam. Doch Forscher arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, den direkten Zusammenhang zwischen Infektionen und Depressionen herauszufinden. Erste Erkenntnisse sind sehr erfolgversprechend.

In Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen unter Depressionen. Viele von ihnen sprechen nicht auf die üblichen Medikamente an. Deshalb ist der entzündungstherapeutische Ansatz sehr vielversprechend. Schließlich verursachen die meisten derzeit verfügbaren Antidepressiva auch noch erhebliche Nebenwirkungen.

Jüngste Studien haben sowohl in Frankreich als auch in Deutschland gezeigt, dass es einen nachweislichen Zusammenhang zwischen Depression und Entzündung gibt. So beobachteten Prof. Harald Engler (Uni Duisburg-Essen) und Prof. Manfred Schedlowski (Uniklinikum Essen), dass im Verlauf einer akuten Entzündung die Konzentration des Immunbotenstoffs Interleukin-6 (IL-6) nicht nur im Blut, sondern auch in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit deutlich ansteigt. Der Anstieg von IL-6 im Liquor hing dabei deutlich mit den von den Patienten berichteten depressiven Anzeichen zusammen: Nahm die Konzentration zu, verstärkten sich auch die Symptome. Deshalb vermuten die Wissenschaftler, dass IL-6 über die Blutbahn das Gehirn erreichen und hier eine Depression bewirken könnte.

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