Mediterranes Flair

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Zistrosen haben eine ausgeprägt mediterrane Anmutung: Die filzig behaarten Blätter duften aromatisch und zur Blütezeit überwältigt der Strauch mit einer Überfülle an Blüten. Dazu behält das Gehölz sein Laub im Winter, es zeigt damit auch in der vegetationsarmen Jahreszeit Präsenz.

Zistrosen-Arten kommen von Natur aus in der Hartlaubzone vorwiegend im westlichen Mittelmeerraum vor, einige wenige Arten sind ausreichend winterhart für mitteleuropäische Gärten. Nur an einem warmen, sonnigen Platz haben sie hierzulande eine Überlebenschance und kommen zur Blüte. Die Wachstumsbedingungen müssen sich an den Verhältnissen am Naturstandort orientieren. Das heißt: Zistrosen brauchen unbedingt durchlässige Erde, am besten ist sie sandig-kiesig, jedenfalls eignet sich steiniger oder schottriger Boden besser als sehr lehmiger. Auf alle Fälle darf sich im Untergrund keine Staunässe bilden. Denn nasses Wurzelwerk vertragen die Pflanzen im Winter sehr viel schlechter als tiefen Frost.

Bedenkt man die Verhältnisse an den kargen Wuchsorten in den Mittelmeerländern, wird klar, dass Zistrosen mit einem geringen Nährstoffangebot zurechtkommen. Ausgepflanzt in den Garten, bekommen sie gar keine Düngung, schon gar keinen organischen Dünger und keinen Kompost. Eingepflanzt als Kübelpflanze sind die Verhältnisse für die Pflanze schwieriger, hier sollte man regelmäßig flüssig düngen, aber das genügt einmal alle drei oder vier Wochen.

Zum Prachtexemplar wird eine Zistrose, wenn sie im Hochsommer ihre unzähligen Blüten öffnet. Bei den meisten Arten wirken die fünf Blütenblätter leicht zerknittert und fragil wie Krepppapier. Die Blütenfarben sind je nach Art Weiß, Rosa oder Pink, aus der Mitte der einfachen Blüten leuchtet ein dichtes Büschel goldgelber Staubblätter. Eine Blüte öffnet sich morgens, um nach wenigen Stunden bereits zu welken. Die Nacht übersteht die Einzelblüte nicht, dafür öffnen sich am nächsten Morgen weitere Blüten, und dies in wochenlanger ununterbrochener Abfolge. Die Hauptblütezeit fällt in den Juni, doch es folgen den ganzen Sommer über einzelne Blüten.

Beim Kauf der hübschen Südländer ist Misstrauen angesagt. Die tiefsten Temperaturen hält wohl die Lorbeerblättrige Zistrose (Cistus laurifolius) aus, sie erträgt Temperaturen bis minus 18 Grad, sofern sie etwas Winterschutz bekommt. Die Purpur-Zistrose (Cistus purpureus) sowie die Lack-Zistrose (Cistus ladanifer) überstehen unsere Winter nur in milden Weinbauregionen. Gerade die Lack-Zistrose fällt durch ihre bis zehn Zentimeter großen, weißen Blüten auf, man erkennt sie an dem großen rotbraunen Fleck auf jedem Blütenblatt. Dieses Merkmal hat sie an ihre Hybride, die Purpur-Zistrose mit ihren rosa Blüten weitergegeben.

Gepflanzt werden Zistrosen im Frühjahr, damit sie den Sommer über Zeit genug zum Einwurzeln haben. Der Standort im Garten muss möglichst viel Sonne erhalten und windgeschützt liegen, damit im Winter keine Kaltluft vorbeistreicht. Unbedingt muss das Pflanzloch locker aufbereitet werden. In lehmigem Boden muss man unten eine Splittschicht einbringen, damit wirklich nie Wasser im Loch steht. Am besten mischt man auch unter die Erde noch zusätzlich Sand, Splitt oder Feinkies. Ähnlich verfährt man bei der Pflanzung in einem Kübel: Auf den Gefäßboden kommt eine Schicht Tonscherben oder flache Steine, darüber gibt man großzügig Splitt. Erst darauf kommt Kübelpflanzenerde, unter die man am besten noch zu einem Viertel Gartenerde und zu einem weiteren Vierteil Sand mischt. Mit weiterem Splitt oder Fein­kies lockert man alles auf.

Frostsicher überwintern

Schutz im Winter spielt eine wichtige Rolle. Pflanzen im Topf rückt man an eine windgeschützte Stelle vor einer warmen Südwand. Nicht zuverlässig winterharte Zistrosen bringt man vor dem Auftreten strenger Fröste an einen hellen, frostsicheren Platz im Haus. Unter den Sträuchern im Garten deckt man den Boden mit einer Mulchschicht aus Laubmull oder Reisig ab, am besten umhüllt man auch die untersten 30 cm des Strauchwerks mit Nadelholzreisig. Als immergrünes Gehölz nimmt eine Zistrose auch im Winter Wasser auf, man muss sie bei Trockenheit während frostfreier Perioden gießen, das ist besonders im Februar wichtig. Dagegen brauchen Zistrosen im Sommer kaum Wasser, nur bei lang anhaltender Trockenheit gönnt man ihnen eine großzügige Wassergabe.

Zistrosen wachsen im Garten zu dominanten Sträuchern heran, die Nachbargewächse müssen sich unterordnen. Schön wirken niedrige, graulaubige Gewächse aus einem ähnlichen Florenbereich, etwa Artemisien oder Lavendel. Gleichfalls Trockenheit und Sommerhitze verträgt Thymian, der einen hübschen Teppich mit nadelartigen Blättern und kleinen rosa Blüten bildet.

Zistrosen werden in ihren Heimatgebieten bis zu zwei Meter hoch, bei uns bleiben sie deutlich niedriger – die Sträucher werden (nach Jahren) meist nicht höher als einen Meter. Im Anschluss an die Blüte (aber nicht davor) kann man sie bei Bedarf in Form schneiden. Längere, ältere Triebe neigen sich, wodurch die Pflanzen auseinander fallen. Deshalb sollte man die Triebe im ausgehenden Winter um ein Drittel oder zur Hälfte einkürzen. Wichtig ist ein frühzeitiger Schnitt, bevor sich die Blütenanlagen entwickeln. Ein Schnitt im Spätherbst, vor dem Winter, ist nicht angeraten, weil das immergrüne Laub einen gewissen Winterschutz bietet.

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