Kronen im Blütenschaum

Spektakulär blühen die Zieräpfel zwischen Ende April und Mitte Mai. Wie die Obstsorten setzen sie später Früchte an, ihre Äpfelchen sind eine Zierde.

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Blühende Apfelbäume sorgen für einen berückenden Anblick, weil sich aus den rötlichen, oft farbintensiven Knospen zartrosa bis weiße Blüten öffnen. Das gleiche Farbspiel liefern die Zieräpfel, nur dass ihre Blütenfärbung oft noch viel intensiver ausfällt und die Blüten in größerer Zahl erscheinen.

Zieräpfel schmücken erneut die Landschaft, wenn die kleinen Früchtchen in Büscheln wochenlang am Baum hängen und oft mit einer Herbstfärbung grün oder angebräunt abfallen. Wegen ihres mehrfachen Zierwertes stellen die kleinen Zierapfelbäume eine gute Wahl für kleine Gärten dar. Obendrein sind sie robust und gesund.

Zu den Höhepunkten gehört die Sorte 'Liset', deren Äste im Frühjahr überreich mit purpurroten, halbgefüllten Blüten bedeckt sind. Dazu kommt der weinrote Austrieb der später glänzend dunkelgrünen Blätter. Zahlreiche kleine dunkelbraune Äpfel hängen im Herbst am strauchartig wachsenden, 4 bis 6 Meter hohen Gehölz.

Bei der ähnlichen, kaum mehr als 3 bis 4 Meter hohen Sorte 'Almey' sind die Äste im Frühjahr überreich mit purpurroten, halbgefüllten Blüten bedeckt. Dazu kommt dann noch der rote Austrieb, aus dem sich bronzegrüne Blätter entfalten. Im Herbst hängen orangefarbene Äpfelchen am Baum.

Zu den Klassikern unter den Zieräpfeln gehört die Sorte 'Hillieri', ein starkwüchsiger, 4 bis 6 Meter hoher Strauch mit etwas hängenden Zweigen. Seine Besonderheit sind die hellrosa halbgefüllten Blüten, die sich aus weinroten Knospen öffnen, wodurch sich ein einzigartiges Farbspiel ergibt. Die gelborangefarbenen Früchte entwickeln einen Durchmesser von etwa 2 Zentimetern und haften bis Oktober. Zwar gilt die altbewährte Sorte als etwas schorfanfällig, doch erweist sie sich als gute Bestäubersorte für andere Apfelbäume in der Umgebung.

Besonders klein bleibt der Sargants Apfel (Malus sargantii), der als Strauch von gemäßigter Höhe wächst. Er trägt im Mai je nach Sorte weiße oder hellrosa, einfache und duftende Blüten, aus denen sich rote Früchte entwickeln. Vor dem Blattlaub leuchtet das Laub in feurigen Tönen zwischen Gelb, Orange und Rot.

Noch kleiner wächst die Auslese des Sargants Apfels 'Tina': Sie wird nur einen bis eineinhalb Meter hoch und eignet sich somit für die Topfkultur. Aus den weißen Blüten entwickeln sich rote Zieräpfel.

Ebenfalls im Pflanzgefäß kann der höchstens eineinhalb Meter Zwergbaum 'Pomzai' gedeihen. Im April entwickeln sich aus roten Knospen die später weißen Blüten. Die orangefarbenen Früchte haften bis in den Winter. Diese Sorte zeichnet sich durch außergewöhnliche Gesundheit aus.

Wenn das Gehölz den ganzen Sommer über hervorstechen soll, bietet sich eine rotlaubige Sorte wie 'Royalty' an: Der schwach wachsende Baum mit dichter Krone bringt karminrote Blüten aus schwärzlich roten Knospen. Später entwickeln sich 1,5 Zentimeter dicke, dunkelrote Früchte.

Während die Krone der meisten Zieräpfel mit der Zeit in die Breite geht, wächst 'Evereste' als pyramidaler Baum. Die 5 Zentimeter großen, weißen Blüten entwickeln sich aus rosa Knospen. Im Herbst ziert er mit goldgelbem Laub und mit orangeroten Früchten, die lange im Geäst verbleiben.

An Boden und Standort stellen Zieräpfel keine besonderen Ansprüche, sie eignen sich für jeden einigermaßen sonnigen Standort. Der Boden sollte tiefgründig, durchlässig und nähstoffreich sein. Die Gehölze halten vorübergehende Trockenheit aus, doch bei sehr sandigen Böden sollte man während anhaltender Hitze gelegentlich gründlich wässern.

Schneiden muss man Zieräpfelgewächse im Gegensatz zu den Kulturäpfeln nicht regelmäßig: Nur in den ersten Jahren ist ein Aufbauschnitt ratsam. Dafür schneidet man vom Zuwachs des vorigen Jahres etwa ein Drittel weg und entfernt Zweige, die ins Kroneninnere wachsen. Bei reiferen Bäumen lichtet man nur noch abgestorbene oder wirr stehende Triebe aus. Schneidet man zu stark, fördert man triebiges Wachstum zu Lasten der Blütenbildung.

Essbar sind die kleinen, festen Zieräpfel genauso wie die Früchte der Obstbäume. Wegen ihrer geringen Größe ist keine ergiebige Ernte zu erwarten. Doch Apfelmus, das nach dem Kochen passiert wird, oder Gelee lassen sich problemlos daraus herstellen. Der Geschmack fällt allerdings sehr unterschiedlich und bisweilen recht sauer aus. Übrigens spielt der Erntezeitpunkt für die ausprägung des Geschmacks keine große Rolle, im Gegenteil: Der Fruchtschmuck bleibt mitunter bis weit in den Winter hinein hängen und sieht dann mit Schneekappen versehen oder mit Reifüberzug besonders attraktiv aus.

Nahrung für die Tiere

Viele Tiere würden Zieräpfel pflanzen, denn sie bieten nicht nur im Winter den Vögeln Nahrung. Jetzt werden die Blüten von vielen Insekten und damit auch von Nützlingen wie Schwebfliegen umschwirrt, deren Larven Blattläuse vernichten. Diese natürlichen Gegenspieler sind gerade jetzt willkommen, weil sich die saugenden Läuse an den weichen Trieben explosionsartig vermehren können. ap

SWP

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