Kleines Aussaat-Einmaleins - So klappt's später auch draußen

Der März ist der ideale Monat, um Gemüse, Kräuter und Sommerblumen auf der Fensterbank auszusäen. Vor allem wärmeliebende und langsam wachsende Pflanzen sind durch das Vorziehen eine Nasenlänge voraus und können später im Freiland gleich richtig durchstarten.

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Erst wenn der Boden gut abgetrocknet ist, sollte man wieder im Garten werkeln. Sonst ist die Liebesmüh oft vergebens.  Foto: 

Damit aus dem Samenkorn eine kräftige Jungpflanze wächst, sind ein paar Grundregeln zu beachten.

Saatgut checken

- Ob es sich noch lohnt, die Körnchen aus aufgerissenen, seit Jahren gehorteten Samentütchen auszusäen, zeigt eine Keimprobe: Zehn Samenkörner auf feuchtes Küchenkrepp legen, ein Glas darüber stülpen und warm stellen. Geht wenigstens die Hälfte der Körner auf, ist die Aussaat noch erfolgversprechend.

Welche Pflanzen vorziehen?

Bei Gemüse bieten sich die Südländer an wie Tomaten, Gurken, Paprika, Auberginen, Zucchini, Melonen, außerdem Sellerie, Knollenfenchel, Kohlrabi, Blumenkohl, Lauch.

Auch diese Sommerblumen bekommen so einen großen Vorsprung: Verbenen, Petunien, Nelken, Ziertabak, Tagetes, Fleißige Lieschen, Löwenmäulchen, Prunkwinden und Schwarzäugige Susanne (Thunbergia). Wer mag, kann auch schon die Kräutersamen von Basilikum, Petersilie, Dill, Schnittlauch und Kerbel vorbereiten.

Welche Erde nehmen?

Sämlinge gedeihen am besten in lockerer, nährstoffarmer und keimfreier Erde. Spezielle Aussaaterde ist ideal, aber relativ teuer. Normale Blumenerde kommt nicht in Frage, weil sie zu viel Dünger enthält. Erfahrene Gärtner können ihre Anzuchterde auch selber aus lockerer Gartenerde mit grobem Sand mischen. Wichtig: Diese Erde muss dann allerdings im Backofen circa 30 Minuten bei 120 Grad sterilisiert werden.

Welche Gefäße eignen sich?

Saubere Joghurtbecher, Eierkartons und Plastikschalen von gekauftem Obst sind prima Aussaatgefäße zum Nulltarif. Aber: Unbedingt vor dem Säen kleine Abzugslöcher in den Boden stechen! Auch kleine Blumentöpfe oder gekaufte Anzuchttöpfe aus gepresster Zellulose eignen sich.

Wie viele Körnchen pro Topf?

Von größeren Samen legt man zwei bis vier Stück in einen Topf. Feines Saatgut wird locker in Aussaatschalen verteilt. Samen mit einer dünnen Schicht Erde übersieben und sachte andrücken. Aber aufpassen: Lichtkeimer wie Dill oder Löwenmäulchen bleiben unbedeckt. Sämlinge, die zu dicht stehen, werden später ausgedünnt.

Wie viel Wasser ist genug?

- Zimmerwarmes Wasser aus der Sprühflasche benetzt die Aussaaten sanft und schwemmt sie nicht weg. Etwa alle zwei Tage ist eine sanfte Dusche fällig. Um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu erhalten, werden die Töpfchen mit Frischhaltefolie abgedeckt oder man schiebt die Aussaatschalen in eine durchsichtige Tüte. Allerdings: Tägliches Lüften nicht vergessen!

Welcher Platz ist ideal?

Sämlinge lieben es schön warm und keimen am besten bei 19 bis 24 Grad. Eine helle Fensterbank über der Heizung ist die ideale Kinderstube. Auf Steinbänke legt man zur Wärmeisolation ein Holz- oder Styroporbrett unter die Aussaatgefäße. Zur Not tun es auch Bücher.

Was bedeutet Pikieren?

Sämlinge, wie zum Beispiel von Tomaten oder Gurken, werden aus der Gemeinschaftsunterkunft einzeln in größere Töpfe umgepflanzt, damit sie sich kräftig weiterentwickeln. Sobald die Jungpflanzen zwei bis vier Laubblätter tragen, ist der richtige Zeitpunkt für das sogenannte Pikieren: Die Pflänzchen werden also vereinzelt - eine Pflanze wird in einen größeren Topf oder ins Beet gesetzt.

Wann geht's nach draußen?

Ist das Wetter mild, können unempfindliche Gemüse- und Blumen-Jungpflanzen bereits im April ins Freiland gesetzt werden. Wer seinen Schützlingen keine Wetterkapriolen zumuten möchte, wartet bis nach den Eisheiligen Mitte Mai. Zum Abhärten tut den Pflänzchen täglich frische Luft auf Balkon oder Terrasse gut.

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